Nur noch zwei Männchen übrig

25. Februar 2009, 20:20
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Als Rest von mindestens 35 nachgewiesenen Bären

Wien - Die Ermittlungen zum Bärenschwund in Österreich sind abgeschlossen. Aktuell leben nur noch zwei Männchen - als Rest von mindestens 35 nachgewiesenen Bären in den Wäldern der Nördlichen Kalkalpen in Niederösterreich, Steiermark, Oberösterreich und Salzburg. "Nachweisen können wir aber nur einen einzigen illegalen Abschuss, aber wir schließen nicht aus, dass es mehr gegeben hat", so Karl Frauenberger, vom Referat Umweltkriminalität des Bundeskriminalamts.

Aber das ist, wie der World Wide Fund for Nature mitteilte, nicht der einzige Grund, warum das Projekt nicht wie erhofft funktionierte. Im Zuge der seit 2007 laufenden Ermittlungen hatte man u.a. mit der Jägerschaft gesprochen, war Hinweisen nachgegangen und hatte in der Region Befragungen und Einvernahmen durchgeführt. Dabei wurde laut WWF deutlich, dass man im ersten Teil des Bären-Bestandsstützungsprojekts in den frühen 90er Jahren die Regionen nicht ausreichend eingebunden hatte. Die zweite Ursache, dass sich die Population nicht nachhaltig etablieren konnte, liegt in der zu kleinen Anzahl an Gründerbären. Aber bei zwei Bären wird die Situation diesmal noch dramatischer. "Wenn die Tiere demnächst ihre Winterruhe beenden, werden sie sich wohl wieder vergeblich auf die Suche nach einer Partnerin machen", bedauert Walder.

Nur in einem Fall konnte das LKA Niederösterreich den illegalen Abschuss einer Jungbärin aus dem Jahr 1994 zweifelsfrei nachweisen. Ein älterer Jäger war gestorben, seine Witwe hatte die Trophäe des geschützten Tiers für eine DNA-Bestimmung zur Verfügung gestellt. Doch glaubt man beim BK, dass Unbekannte von 1994 bis 2007 im Großraum Ötscher einige der etwa 20 Braunbären illegal getötet haben.

"Nun geht es darum, in die Zukunft zu schauen, für mehr Akzeptanz in den Bärengebieten zu sorgen, und vor allem die verbliebenen zwei Bären vor dem Aussterben zu retten, so  Christoph Walde.  (APA)

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    Nur in einem Fall konnte das LKA Niederösterreich den illegalen Abschuss einer Jungbärin aus dem Jahr 1994 zweifelsfrei nachweisen. Ein älterer Jäger war gestorben, seine Witwe hatte die Trophäe des geschützten Tiers für eine DNA-Bestimmung zur Verfügung gestellt.

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