Republikaner bringen ihren Gegen-Obama

25. Februar 2009, 19:44
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Junger Aufsteiger bei den US-Republikanern: Bobby Jindal.

Dass ausgerechnet er ausgesucht wurde, um von Baton Rouge in Louisiana aus die republikanische Antwort auf Barack Obamas erste Rede vor dem Kongress zu geben, war alles andere als ein Zufall. Bobby Jindal, Gouverneur des südlichen Bundesstaats, gilt als Aufsteiger in der republikanischen Partei, zumal er ein jugendlich-forsches Auftreten mit konservativen Werten verbindet.

Im Alter von vier Jahren entschied sich der Sohn indischer Einwanderer in die USA, seinen Vornamen von Piyush auf "Bobby" zu ändern. Unter dem Namen Bobby Jindal wurde der heute 37-Jährige als jüngster Gouverneur in der Geschichte der USA und als erster indischer Abstammung bekannt.

Bobby Jindal wurde im Juni 1971 in Baton Rouge, Louisiana, geboren. Seine Eltern stammten aus dem Punjab, Vater Amar ist beim Ölkonglomerat Exxon beschäftigt, die Mutter Raj als Ärztin im Gesundheitsressort der Regierung von Louisiana tätig. Der überdurchschnittlich begabte Bobby besuchte zunächst die Brown University, eine der Elitehochschulen in den USA, und entschied sich dann für die Rhodes Scholarship, eine der höchsten akademischen Auszeichnungen; er beendete sein Politik-Studium an der Oxford University. Bereits als Teenager war Jindal vom Hinduismus zum Katholizismus gewechselt.

Nach dem Studium trat er der Consultingfirma McKinsey & Company bei, versuchte sich jedoch bald als Republikaner in der Politik: Bereits 2001 wurde er von Präsident George W. Bush zum Berater des Gesundheitsministers ernannt. 2003 trat er zum ersten Mal für den Posten des Gouverneurs von Louisiana an, wurde jedoch von der Demokratin Kathleen Blanco geschlagen. Die Wartezeit bis zur nächsten Wahl im Jahr 2007 verbrachte er als Kongressabgeordneter im US-Repräsentantenhaus. Die Bürger von Louisiana aber hatten nach der Katastrophe des Hurrikans "Katrina" im Jahr 2005 die Nase von amtierenden Politikern voll und wählten Bobby Jindal zwei Jahre später mit 54 Prozent der Stimmen.

Schon jetzt positioniert er sich für eine mögliche Präsidentschaftskandidatur im Jahr 2012, indem er sich etwa weigert, bestimmte Gelder aus dem "stimulus package" für seinen Staat anzunehmen. Sollten die Rettungsmaßnahmen der Regierung scheitern, steht Jindal gerade an der richtigen Stelle, um den Karren aus dem Sumpf zu ziehen. Mit seiner Frau Supriya Jolly ist er seit 1996 verheiratet; das Paar hat drei Kinder: Selia Elizabeth, Shaan Robert und Slade Ryan. (Susi Schneider/DER STANDARD, Printausgabe, 26.2.2009)

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