Leise Wandelweiser im Unterholz

25. Februar 2009, 19:41
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Komponistenkollektiv gastiert im Jazzatelier Ulrichsberg

Geht man von Peter Androschs Manifest gegen die Zwangsbeschallung des öffentlichen Raumes aus (es wurde kürzlich im Standard veröffentlicht) und begibt sich von da aus ans andere Ende des Klangspektrums, dann kann dort nur die Wandelweiser-Musik auf einen warten.

Zusammengefunden hat sich das gleichnamige Komponistenkollektiv nämlich in der Überzeugung, dass Musik vor allem eines zu sein hätte: leise, sehr leise. Und so versammelt der Flötist Antoine Beuger seit 1992 Gleichgesinnte wie den Klarinettisten Jürg Frey, Cellist Marcus Kaiser oder den Posaunisten Radu Malfatti um sich - zum Zwecke des Einspielens und Verlegens von Neuer Musik, die ohne Ornamente und traditionelle Kompositionsstruktur auskommt. Vielmehr soll dabei immer der Anfang und das Ende eines Tones hörbar sein, oder wie es Malfatti definiert: Evaluation und Integration von Stille seien für diese Musik wichtiger als das Fortspinnen eines unendlichen Klangteppichs.

In Kooperation mit Linz09 gastiert Wandelweiser nun im Jazzatelier Ulrichsberg. Die vier genannten Herren bringen dabei über einen längeren Zeitraum Kompositionen zu Gehör, die etwa aus zwei simultan gespielten Stimmen ein offenes Duo entstehen lassen oder sich klanglich ins Unterholz begeben, das sich wie im Wald von Aufführung zu Aufführung verändert. (wo / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.2.2009)

Ulrichsberg, Jazzatelier, (07288) 63 01. 27. 2. - 1. 3.

www.jazzatelier.at

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