Locke hat Probleme mit Gewerkschaften

25. Februar 2009, 18:50
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Neuer Wirtschaftsminister macht aus seiner Nähe zum "Big Business" keinen Hehl

Washington - Die Nominierung des ehemaligen Gouverneurs im US-Bundesstaat Washington, Gary Locke, zum Handelsminister ist bereits der dritte Anlauf von Präsident Barack Obama, dieses Amt zu besetzen. Zwar gilt der 59-jährige Sohn chinesischer Einwanderer als "sicherer" Kandidat, bei dem keine weiteren "bösen Überraschungen" zu erwarten sind. Doch Locke ist durchaus kein einfacher Kandidat, der keine Kritiker kennt. Der gelernte Jurist und Demokrat hat, wie die "New York Times" schreibt, als Gouverneur aus seiner Nähe zum "Big Business" keinen Hehl gemacht - und sich dadurch eine herzliche Abneigung der Gewerkschaften zugezogen.

So habe Locke etwa als Gouverneur im westlichen Bundesstaat Washington Milliarden Dollar ausgegeben, um den Flugzeughersteller Boeing von einer Auslagerung der Produktion abzubringen. Zugleich erhöhte er in seiner Amtszeit die Benzinsteuer - ein in den USA überaus unpopulärer Schritt. Wegen Etatproblemen gab Locke zudem Pläne auf, mehr Lehrer einzustellen und deren Gehälter zu erhöhen.

Locke, der in einfachen Verhältnissen in Seattle (Bundesstaat Washington) aufwuchs und mit einem Stipendium an der Yale Universität studierte, wurde 1996 als erster und bisher einziger Politiker mit "chinesischen Migrationshintergrund" zum Gouverneur eines US-Bundesstaates gewählt. 2005 zog er sich freiwillig zurück, obwohl seine Chancen auf eine Wiederwahl gut waren - mit der Begründung, er wolle mehr Zeit für seine Familie und seine drei Kinder haben und ein "normales Leben" führen.

Seitdem arbeitete Locke in einer Anwaltsfirma, die auf Handelsfragen mit China spezialisiert ist. Bereits als Gouverneur führte Locke mehrfach Handelsdelegationen nach Asien an. Daher gilt der als Pragmatiker bekannte Locke für viele als gute Besetzung, um die häufig dornigen Probleme bei einer weiteren Öffnung der asiatischen Märkte - allen voran Chinas - anzugehen.  (APA/dpa)

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    Gary Locke arbeitete in einer Anwaltsfirma, die auf Handelsfragen mit China spezialisiert ist

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