Rufmord: Autor Veit Heinichen von einem "Raben" verfolgt

25. Februar 2009, 18:45
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"Wahre Geschichte eines ungeklärten Kriminalfalls" in Triest

Triest - Ausnahmsweise mit einer "wahren Geschichte eines ungeklärten Kriminalfalls" wandte sich der deutsche Schriftsteller Veit Heinichen diese Woche in der Triestiner Zeitung Il Piccolo an sein Publikum: Heinichen wurde Opfer einer üblen Rufmordaffäre. In dutzenden anonymen Briefen an Behörden, Vereine und Geschäftsleute wurde er als Päderast verleumdet. Der Denunziant schreibt zudem seit einem Jahr Briefe und Leserbriefe in Heinichens Namen.

"Ich, der Krimiautor, werde von einem Raben verfolgt" , titelte der ganzseitige Bericht des Autors im Piccolo, der nun täglich über die Affäre berichtet. Heinichen lebt seit 1997 in der Hafenstadt Triest, in der in seinen Romanen Commissario Laurenti heikle Missstände aufklärt: Verbrechen der Müllmafia, Schmuggelgeschichten, Menschenhandel.

Damit könnte sich der politisch engagierte Krimiautor, der sich gerne öffentlich an regionalen Debatten beteiligt und zuletzt den linksliberalen Riccardo Illy unterstützte, unbeliebt gemacht haben. Die Staatsanwalt ermittelt seit einem Jahr ergebnislos, Heinichens Schritt in die Öffentlichkeit soll dem Verleumder, der schon um das Haus des Schriftstellers geschlichen sein soll, nun eine Reaktion entlocken. (ih / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.2.2009)

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