Nachholbedarf bei Infrastruktur

25. Februar 2009, 18:35
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Arbeitslosigkeit nahm im Jänner 2009 stark zu

Positive Arbeitsmarktdaten sind für Regierungen ein Segen. So wurde auch die Salzburger Landes_koalition von SPÖ und ÖVP in den vergangenen Jahren nicht müde, die gute Lage am Arbeitsmarkt hervorzustreichen. Zuletzt konnte man in der Bilanz 2008 auf eine Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent verweisen. Das ist im österreichischen Vergleich der zweitbeste Wert nach Oberösterreich mit 3,5 Prozent.

Das Vollbeschäftigungsniveau ist jedoch nicht mehr zu halten. Im Jänner 2009 ist die Zahl der Arbeitssuchenden laut AMS um mehr als ein Viertel explodiert. Das ist das stärkste Plus bundesweit; die Quote liegt schon bei 5,5 Prozent. Neben der saisonalen Entwicklung sei für den Anstieg „die Warenherstellung, besonders die Kfz-Zulieferbranche", verantwortlich, so das AMS. Die Prognosen verheißen nichts Gutes: Mit dem absehbaren Aus der Papierproduktion bei M-real in Hallein kommendes Frühjahr müssen hunderte Menschen auf Jobsuche gehen.

Nachholbedarf hat die mit 73,7 Prozent der Beschäftigten überproportional auf den Dienstleistungssektor ausgerichtete Wirtschaft des Landes bei der Infrastruktur. So wird zwar der Hauptbahnhof der Landeshauptstadt in den nächsten Jahren komplett neu gebaut, der Spatenstich für den viergleisigen Ausbau der Westbahnstrecke soll aber erst frühestens Mitte des kommenden Jahrzehntes erfolgen. Der Ausbau der Bahn in die südlichen Bezirke über den Pass Lueg ist in weiter Ferne.

Probleme gibt es aber auch im Energiebereich: Das Land hat ein eigenes Gesetz verabschiedet, nach dem die vom Verbund geplante 380 KV-Leitung teilweise als Erdkabel ausgeführt werden müsste. Bis Mitte des Jahres versucht ein von der EU nominierter Koordinator zwischen Anrainern, Land und Verbundgesellschaft einen Kompromiss zu erzielen. (neu, DER STANDARD, Printausgabe, 26.2.2009)

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