Hotel Velden: Ein Schloss im Schuldensee

25. Februar 2009, 18:35
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Verlust auf zwölf Millionen, Schulden auf 72 Millionen Euro gestiegen

Zu Pfingsten 2007 war die Welt noch heil in der Westbucht des Wörthersees. 120 Mio. Euro hatte die damalige Landesbank Hypo Alpe Adria - nicht ohne Zureden Jörg Haiders - ins Schlosshotel Velden gesteckt, den touristischen "Leitbetrieb" Kärntens. Doch nach der prunkvollen Eröffnung mit Stars wie Lionel Ritchie begannen die Mühen der Ebene, die Geschäfte entwickelten sich schlecht.

Die Probleme: geringe Auslastung, Probleme bei der Rückzahlung der Kredite an die Hypo Alpe Adria Bank AG (die Konzernmutter Hypo Group Alpe Adria gehört inzwischen mehrheitlich der Bayerischen Landesbank) und der in profil geäußerte Vorwurf, dass beim Umbau 40 Mio. Euro versickert seien.

All das soll nun laut Immobilieninvestoren dazu geführt haben, dass die Bank ihr Hotel (firmiert unter Schlosshotel Velden GmbH; sie gehört der Hypo-eigenen Kärntner Beteiligungsgesellschaft KHBAG) versilbern will - angeblich um 25 bis 30 Mio. Euro. Die Bank dementiert unter Hinweis auf das "derzeitige Marktumfeld".
Auch das Hotel-Umfeld hat sich schlecht entwickelt. 2007 betrug der Bilanzverlust 12,2 Mio Euro (nach 1,2 Mio.), der Schuldenstand hat sich binnen eines Jahres fast verdoppelt: auf 72,4 Mio. Euro. Hotel-GmbH- und KHBAG-Chef Kurt Mahnert ist nicht irritiert: "Schloss Velden ist nicht auf Gewinne ausgelegt, es handelt sich schließlich um ein Leitprojekt für die ganze Region", zitierte ihn profil.

Als Interessent des Schlosses, das die Khevenhüllers 1603 als Lustschloss errichtet hatten und in dem Roy Black oft zugange war (als Hauptdarsteller der Serie „Ein Schloss am Wörthersee") gilt übrigens Nicht-AUA-Investor Scheich Al Jaber. Und: Ex-Hypo-Hotelmanager Willibald Kollmann ist heute Chef der Tibet Hotel GmbH. In Hüttenberg im Kärntner Görtschitztal bauen russische Investoren ein tibetisches 140-Betten-Hotel, geplant sind massive Förderungen durch die Steuerzahler. Co-Chef ist Karl-Heinz Petritz, einst Haiders Pressesprecher. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.02.2009)

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