Fass ohne Boden

25. Februar 2009, 18:26
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Der großzügige Einsatz von Steuergeldern im Falle der Autobauer wäre fehl am Platz - Von Michael Moravec

Staatshilfen sind derzeit groß in Mode. Und nachdem die EU-Staaten übereingekommen sind, keine „systemrelevanten" Institute pleitegehen zu lassen und hunderte Milliarden Euro direkt oder über Garantien in Banken pumpten, ist der Eindruck entstanden, dass der Staat alles richten kann. Die Nächsten in der Warteschlange sind die Autokonzerne und deren Zulieferer.
Bei den Banken gab es keine Diskussionen: Die Pleite einer größeren oder gar großen Bank würde Auswirkungen auf unzählige Unternehmen und noch mehr private Sparer haben, würde Panik auslösen und käme unter dem Strich teurer als die direkte Stützung der Bank.

Die EU-Autokonzerne können fast schon eine ähnliche Relevanz für sich reklamieren: Zwölf Millionen Beschäftigte, 300.000 Klein- und Mittelbetriebe als Zulieferer und Ersatzteilerzeuger: Wenn da ein Konzern zusperren muss, birgt das schon politischen und sozialen Sprengstoff in großem Stil, wie EU-Kommissar Günter Verheugen meinte.
Dennoch wäre der großzügige Einsatz von Steuergeldern im Falle der Autobauer fehl am Platz. Denn jede Staatshilfe verzerrt den Wettbewerb und schädigt die noch gesunden Konkurrenten. Dazu würden in der Folge auch andere Branchen zu Recht auf Unterstützung pochen. Und die Staatsmittel sind nicht unbegrenzt. Experten der UNO warnen bereits vor drohenden Staatspleiten in der EU. Und stimmt es, dass im Schnitt erst ein Drittel der faulen Kredite abgeschrieben ist, werden es bald ganze Staaten sein, die um Hilfe rufen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.2.2009)

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