Verbrannte Erde und ein neues Modell

25. Februar 2009, 18:43
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Die Austria und auch Rapid freuen sich über die Hilfe der Gemeinde Wien

Wien - Austria-Vorstand Markus Kraetschmer möchte sich in die politischen Diskussionen "wirklich nicht einmischen" - und sicherlich nicht darüber sprechen, "dass Bürgermeister Michael Häupl Vorsitzender unseres Kuratoriums ist". Kraetschmer legt aber darauf Wert, "dass es sich um Steuermittel handelt, die gut eingesetzt sind".

Die Gemeinde Wien subventioniert Austrias Akademie mit 7,9 Millionen Euro, sie trägt die kompletten Baukosten. Der Komplex entsteht in der Nähe des Horr-Stadions und soll in zehn Monaten fertig sein. Der Klub übernimmt die jährlichen Betriebskosten in Höhe von einer Million Euro. Das Grundstück bleibt im Eigentum der Gemeinde. Kraetschmer: "Eine Investition in die Infrastruktur, die allen zugutekommt." Die Bundesliga schreibt den Klubs einen geordneten Nachwuchsbetrieb vor, macht davon die Lizenzerteilung abhängig. Die Austria hatte bisher von der Akademie Hollabrunn gelebt, aber die sperrt Frank Stronach zu. Magna zahlte jährlich zwei Millionen. Die Austria muss nun den halben Betrag selbst aufstellen. Kraetschmer: "Machbar. Und es ist gut, dass unser Nachwuchs endlich in Wien trainiert, die Kinder können daheim wohnen."

Rapid bekommt von der Gemeinde natürlich auch eine Unterstützung, der genaue Betrag wird erst errechnet. Das Projekt des Rekordmeisters ist quasi revolutionärer als jenes der Austria, es geht über den gewöhnlichen Fußball hinaus. Manager Werner Kuhn verhandelt seit einem Jahr mit dem Stadtschulrat, auf dem Gelände der Körner-Kaserne im 14. Bezirk entsteht ein Sportcampus. Rapid kooperiert mit dem Gymnasium Maroltingergasse, Absolventen waren Andreas Ivanschitz oder Györgi Garics. Die Schule platzt mittlerweile aus allen Nähten. Rund zehn Klassen mit Schwerpunkt Sport (nicht nur Fußball) sollen ab September in der Kaserne Platz finden, auch ein Sportkindergarten ist geplant. Ein Gebäude dient Rapid als Nachwuchsakademie. Kuhn gönnt der Austria die 7,9 Millionen. "Aber man muss schon sagen, dass von der Ära Stronach außer verbrannter Erde nichts blieb."

Kraetschmer, der die Wendstattgasse als Partnerschule gefunden hat, weist darauf hin, dass in Mattersburg zehn Millionen von der öffentlichen Hand bereitgestellt werden. "Es geht nicht anders. Fußball ist eben der populärste Sport." (Christian Hackl - DER STANDARD PRINTAUSGABE 26.2. 2009)

 

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