Noch keine Urteile wegen Vergewaltigungen in Kenia

26. Februar 2009, 12:41
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Während der Unruhen nach letztjährigen Wahlen wurden an die 3.000 Frauen vergewaltigt - Erst vier Täter vor Gericht gestellt

Nairobi/Wien - Die kenianischen Frauen, die während den Unruhen nach den Wahlen vor einem Jahr vergewaltigt wurden, warten noch immer auf Gerechtigkeit und Entschädigung. Bisher wurden erst vier Fälle vor Gericht gebracht. Urteile wurden laut einer Aussendung der internationalen Hilfsorganisation CARE vom Mittwoch noch gar keine gesprochen.

Nicht intensiv verfolgt

"Gewalt gegen Frauen wird allgemein nicht so dramatisch gesehen und deshalb auch nicht intensiv verfolgt", sagte Angelika Rädler, Sprecherin von CARE Österreich. Die Gründe der nur langsam vorangehenden Verfolgung der Vergewaltiger seien wohl der Mangel an politischem Willen und die lange Dauer solcher Verfahren im Allgemeinen.

"Täter tragen Uniform"

"Frauen jeden Alters und jeder Herkunft wurden von wütenden Männer vergewaltigt, einige der Täter gehörten sogar Polizeieinheiten an", beschrieb Ulrike Schelander, Geschäftsführerin von CARE Österreich die Situation während der Unruhen nach den Wahlen im Dezember 2007. Viele Frauen, die Opfer sexueller Gewalt wurden, würden sich nicht sofort bei der Polizei melden, weil sie Angst vor Stigmatisierung und der Reaktion ihrer Ehemänner hätten, so Schelander. Auch die Angst vor den Tätern sei groß, denn diese "laufen noch frei herum oder tragen selbst eine Uniform".

Untersuchungskommission

Die Vereinigung der Anwältinnen Kenias schätzt, dass während der Unruhen 3.000 Frauen vergewaltigt wurden. CARE hatte 300 Zeugenaussagen von Opfern gesammelt und sie der Untersuchungskommission, die von Richter Philip Waki geleitet wird, weitergegeben. 60 der befragten Frauen gaben an, dass sie von Mitgliedern der General Service Unit, einer Spezialeinheit des kenianischen Militärs vergewaltigt wurden. (APA)

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    Die Vereinigung der Anwältinnen Kenias schätzt, dass während der Unruhen 3.000 Frauen vergewaltigt wurden. CARE hatte 300 Zeugenaussagen von Opfern gesammelt und sie der Untersuchungskommission weitergegeben - die Verurteilungen stehen noch aus.

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