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Der kokette Querdenker

25. Februar 2009, 18:12
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Bogdan Bogdanović ist Urbanist, Geschichtenerzähler, Stadtforscher und vor allem eines: Architekt

Das Phänomen Bogdan Bogdanović ist so vielfältig wie vielseitig. Als Enzyklopädist alter Schule ist er nicht nur der herausragende Denkmalarchitekt des ehemaligen Vielvölkerstaates Jugoslawien, sondern auch ein unkonventioneller Essayist, Schriftsteller und Philosoph. Sogar eine politische Karriere kann Bogdanović aufweisen: Anfang der 80er war er vier Jahre Bürgermeister von Belgrad.

Zwischen 1951 und 1981 realisierte Bogdanović in fast allen Teilen Ex-Jugoslawiens 19 Gedenkstätten als Zeichen gegen Faschismus und Militarismus. Dabei entschied er sich für eine kulturübergreifende Architektursprache, frei von ideologischen Insignien. Für jeden dieser Orte entwickelte der 1922 in Belgrad geborene Zeichner, neue Formen - immer im Dialog mit den lokalen Gegebenheiten.

Keine der Gedenkstätten gleicht einer anderen, jede für sich ist einzigartig. Bogdanovićs poetischer und dennoch unpathetischer Umgang mit Territorien der Zerstörung fand seinen Höhepunkt in einer, riesigen, Hoffnung spendenden Blume, die das Gelände des Konzentrationslagers Jasenovac überschattet.

Die Partisanennekropole in Mostar (Bosnien-Herzegowina) sowie der Gedenkfriedhof für die Opfer des Faschismus in Sremska Mitrovica (Serbien) zählen ebenfalls zu den bedeutendsten Arbeiten seines Œuvres.

  • Bogdan Bogdanović um 1972
    foto: bogdan bogdanović

    Bogdan Bogdanović um 1972

  • Blume an der Gedenkstätte für die KZ-Opfer (1966)Jasenovac, Kroatien
    foto: architekturzentrum wien

    Blume an der Gedenkstätte für die KZ-Opfer (1966)
    Jasenovac, Kroatien

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