"Wir wollen die Leute unterhalten"

25. Februar 2009, 14:54
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USF1 will 2010 durchstarten - Nähe zu den Fans gesucht - NASCAR als Vorbild - Fahrer- und Motorenfrage noch völlig offen

Charlotte/North Carolina - Das Budget ist klein, der Patriotismus groß. Als Marke "Made in America" will das neue Formel-1-Team USF1 im Jahr 2010 durchstarten und die Fans mit ungewohnter Offenheit für sich gewinnen. Sowohl den Anhängern als auch den Medien sollen die Türen in der sonst abgeschirmten PS-Welt offen stehen.

"Wir wollen die Leute unterhalten. Daher werden wir unsere Tore für die Fans öffnen", erklärte Peter Windsor, der sportliche Leiter des Teams, in einer TV-Sendung am Dienstag in Charlotte. Diesen Zugang habe er laut eigenen Angaben beim NASCAR gelernt. "Die Leute können sehen, wie wir entwickeln, und sie können mit den Fahrern sprechen. So etwas kommt gut an."

Während der Sendung im Studio von"Speedtv" wehte im Hintergrund eine überdimensionale US-Fahne. Auch ein Hauch amerikanischer Formel-1-Geschichte machte sich breit. Erfolge von Dan Gurney und Mario Andretti wurden eingespielt, einen Verweis auf die 225.000 Fans beim US-Grand-Prix 2000 in Indianapolis ließ man sich ebenfalls nicht nehmen.

"Das Gros der Technik in der Formel 1 kommt aus den USA. Zudem ist es bedeutend billiger, hier einen Rennstall zu stationieren als in Europa", sagte Teamchef Ken Anderson, der bereits bei Ligier, Onyx und Williams Erfahrungen gesammelt hat. Mit Windsor, der bei Ferrari und Williams gearbeitet hat, will er in der Königsklasse einen neuen Weg gehen.

In den USA war die Formel 1 bisher immer als zu technisch und unnahbar verschrien. Das werde USF1 ändern. Ungeklärt ist neben der Motorenfrage allerdings auch noch die Fahrer-Paarung. US-Starpilotin Danica Patrick zählt ebenso zu den Kandidaten wie Andretti-Enkel Marco. 100 bis 120 Mitarbeiter will USF1 beschäftigen, das Jahresbudget beträgt 50 Millionen Euro.

Ohne die jüngsten Sparmaßnahmen wäre es nicht möglich gewesen, einen neuen Rennstall in der Königsklasse zu etablieren, meinte Windsor. "Die fetten Jahre mit den großen Budgets sind vorbei. Daher hört man uns zu", erklärte der Brite. Hilfreich wäre allerdings die Rückkehr eines Grand Prix nach Nordamerika. Die Rennen in Montreal und Indianapolis stehen 2009 nicht im Kalender. (APA/dpa)

 

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    Ken Anderson (li) und Peter Windsor.

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