Timeout statt Stress

25. Februar 2009, 14:37
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Internet-Plattform mit umfassender Literatursammlung online - Burnout-Zentrum soll folgen

Graz - Rund 1,4 Milliarden Euro Schaden durch Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Krankheiten sowie ein Anstieg der psychisch bedingten Krankenstandstage bei Frauen in den vergangenen zehn Jahren um 60 Prozent sind nur zwei Gründe für die Schaffung der neuen Burnout-Plattform Steiermark, so FCG-Landesvorsitzender Franz Gosch. Auf einer eigenen Website finden Betroffene wie auch Arbeitgeber Tipps zu Behandlung und Prävention, so die Initiatoren.

Fehlende Erholungszeiten

Psychische Belastungen wie steigender Leistungsdruck, Stress, die latente Angst vor Arbeitslosigkeit, sowie betriebsinternes Mobbing verursache jährlich rund zwei Millionen Krankenstandstage, so Gosch beim Pressegespräch. "Den meisten Gefährdeten fehlen die Erholungsphasen zwischen den Stress-Zeiten", erklärte Paul Jimenez, Psychologie-Professor an der Uni Graz. Dies äußere sich in chronischer Müdigkeit, Erschöpfung oder sogar Depressionen. Rund 50.000 Steirer sind burnout-gefährdet. Bereits 27 Prozent der Berufsunfähigkeitspensionen sind auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Aufgrund dieser alarmierenden Zahlen haben die Steirischen Christgewerkschafter die Burnout-Plattform ins Leben gerufen.

Umfangreiche Sammlung

"Die Plattform stellt die vermutlich umfassendste Sammlung rund um das Burnout-Syndrom im deutschsprachigen Raum da", so Gosch. Neben umfangreicher Fachliteratur findet man auf der Homepage zahlreiche Tipps für Betroffene, Arbeitnehmervertretungen und Angehörige, sowie Anlaufstellen in der Steiermark. "Timeout statt Burnout ist die beste Prävention", meinte Gosch. Außerdem kann man in einem vom Psychologischen Institut der Uni Graz entwickelten Burnout-Risikotest seine eigene Gefährdung einschätzen.

Zentrales Anliegen der Initiative ist es außerdem, dass der Gesetzgeber das Burnout als Berufskrankheit anerkennt. "Dadurch wird die Möglichkeit der Prävention erhöht, da Betriebe auf Stressbelastung überprüft werden müssten," so Rupert Mandl, Arbeitspsychologe der AUVA. Die Plattform ist offen für weitere Partner und will alle bisherigen Initiativen bündeln, damit in weiterer Folge ein steirisches Burnout-Zentrum entsteht, das Diagnose, Therapie, sowie Prävention und Forschung vernetzt. (APA)

Link

Weitere Infos über die Burnout-Plattform online unter hilfe-ich-verbrenne.at

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