Henkel CEE mit mehr Umsatz und Gewinn

25. Februar 2009, 14:26
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Präsident Thumser: "Glauben an deutliches Wachstum nach der Krise"

Wien  - Die Henkel Central Eastern Europe (CEE), im Henkel-Konzern neben Österreich für 31 Länder in Mittel- und Osteuropa verantwortlich, hat 2008 trotz stark gestiegener Rohstoffpreise und enormer Währungsabwertungen in einigen Ländern gegen Jahresende mehr Umsatz und Gewinn erzielt. Für heuer ist Präsident Günter Thumser verhalten optimistisch, will aber trotz Konjunkturrückgang und Währungsturbulenzen 30 Mio. Euro in bestehende Waschmittel-Standorte - auch in Wien - und in drei neue Bautechnik-Werke in Russland, der Ukraine und im Baltikum investieren.

Die im Vorjahr deutlich gestiegenen Rohstoffe-Preise - die Rohstoffkosten waren so hoch wie das halbe Betriebsergebnis von 2007 - haben sich bis dato nur teilweise entspannt. Nach wie vor sehr hoch seien die Preise für Zitronensäure und Zement. Daher werde Henkel vor allem in Ländern, "in denen uns die Währungen entgegen laufen", die Preise erhöhen. Gegensteuern wolle man auch durch innovative Rezepturen, neue Technologien und im Rohstoff-Einkauf, der nun verstärkt in nationalen Währungen durchgeführt werden soll. In Österreich gebe es keine konkreten Pläne für Preiserhöhungen.

Zweistelliges Wachstum

Henkel CEE hat 2008 den Umsatz um 13 Prozent auf 2,5 Mrd. Euro gesteigert. Alle Geschäftsfelder seien zweistellig gewachsen, zeigte sich Thumser erfreut. Trotz "heftiger Währungsturbulenzen" haben sich Russland und die Ukraine erneut als "Lokomotiven des Wachstums" erwiesen. Im vierten Quartal haben dem Unternehmen jedoch Währungsabwertungen "massiv zu schaffen gemacht", sagte Thumser. Das Ergebnis war aber im Gesamtjahr und im Schlussquartal positiv, betonte er. Genaue Bilanzdaten für die Regionen gibt Henkel nicht bekannt.

Fast 44 Prozent des Umsatzes der Henkel CEE entfielen 2008 auf den Unternehmensbereich Wasch-/Reinigungsmittel, etwa 43 Prozent auf Adhesive Technologies (Klebstoff-Technologien) und knapp über 13 Prozent auf Kosmetik & Körperpflege. Die umsatzstärksten Länder-Märkte waren im Vorjahr Russland (Anteil am Gesamtumsatz: 21,2 Prozent), Polen (13,8 Prozent), die Türkei (10,9 Prozent), die Ukraine (8,4 Prozent) und Österreich (8,1 Prozent).

Ausbau von Wiener Werk

Am Standort Wien wird das Werk im dritten Gemeindebezirk heuer um 8 Mio. Euro weiter ausgebaut. Hier wurden 2008 insgesamt 136.000 Tonnen Flüssig- und 84.000 Tonnen Pulverprodukte erzeugt, was einem Plus von 11 Prozent - und einem neuen Rekordwert - entspricht. Zudem wird der Standort Ebensee (Fliesenkleber der Marke Cimsec), seit Mitte 2006 bei Henkel, nunmehr mit 700.000 Euro zum Fugenbunt-Kompetenzzentrum für Südosteuropa aufgerüstet, was die Tonnage um 50 Prozent erhöhen wird.

Ein Dorn im Auge sind Thumser nach wie vor die Kontingentierungen bei Beschäftigungsbewilligungen für Mitarbeiter aus den neuen EU-Ländern und für Nicht-EU-Bürger. Sogar für Mitarbeiter aus dem eigenen Unternehmen, die zu Schulungen nach Wien kommen, seien Verfahren von bis zu zwei Monaten üblich. Verändert gehörten auch die Altersteilzeitregelung und die Entlohnung von Praktikanten, die im internationalen Vergleich in Österreich mit 1.600 Euro pro Monat viel zu hoch sei.

Henkel CEE ist für 32 Länder verantwortlich und in der Region nach Eigenangaben eine starke Nummer 2 im Waschmittelbereich sowie die Nummer 1 bei Klebstoffen und Haarkosmetik. Zu den bekanntesten Henkel-Marken zählen Ceresit, Fa, Loctite, Pattex, Persil und Schwarzkopf. Mehr als 60 Prozent des Umsatzes erzielt Henkel mit Konsumentenmarken. Knapp 40 Prozent des Konzernumsatzes kommen aus dem Geschäft mit Industriekunden.

Der Henkel Konzern erzielte 2008 einen Umsatz von 14,13 Mrd. Euro und ein betriebliches Ergebnis (bereinigt) von 1,46 Mrd. Euro. Weltweit beschäftigt der Konzern 55.000 Mitarbeiter in 125 Ländern. Bei Henkel CEE arbeiten insgesamt 10.200 Mitarbeiter, rund 900 davon in der Wiener Konzernzentrale. (APA)

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