"Den Widerstand wird es geben"

25. Februar 2009, 14:30
379 Postings

AHS-Lehrervertreterin Scholik erklärt, wieso eine längere Unterrichtszeit bei den derzeitigen Bedingungen nicht möglich ist

"Die Ministerin plant sündteure Projekte, und die LehrerInnen zahlen drauf", ist Eva Scholik, Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft verärgert. Im Gespräch mit derStandard.at erklärt sie, warum zwei Stunden mehr Unterricht keine Lösung für Budgetprobleme sind. Was den Widerstand angeht werde man die Ministerin "nicht enttäuschen". Die Fragen stellte Elisabeth Oberndorfer.

*****

derStandard.at: Unterrichtsministerin Claudia Schmied hat heute die Ausweitung der Unterrichtsstunden bekannt gegeben. Wie ist die Stimmung unter den LehrerInnen?

Scholik: Wir haben von der Maßnahme erst aus den Medien erfahren. Das zeigt wohl die Wertschätzung der Ministerin gegenüber den LehrerInnen.

In einer Aussendung sagt Schmied, sie rechnet mit Widerstand der LehrerInnen. Den wird es geben, wir werden Schmied sicher nicht enttäuschen.

derStandard.at: Planen Sie bereits Proteste?

Scholik: Es wird jetzt Sitzungen mit den betroffenen Gremien geben. Dann besprechen wir, wie wir weiter vorgehen werden.

derStandard.at: Was stört Sie an der Maßnahme genau?

Scholik: Es gibt keine Notwendigkeit dafür. Das Budget der Ministerin wurde nicht gekürzt, sondern erhöht. Aber es sind sündteure Projekte in Planung, deshalb zahlen jetzt die LehrerInnen drauf. Schmied muss innerhalb ihres Budgets umstrukturieren.

derStandard.at: Die Ministerin bezieht sich auf eine Studie, wonach die Unterrichtszeit in Österreich unter dem OECD-Schnitt liegt...

Scholik: Das ist ein schlechter Vergleich, denn bei dieser Studie werden nicht die Bedingungen und die Unterstützungen, die die LehrerInnen erhalten, miteinbezogen. Bei unseren Bedingungen kann man nicht einfach zwei Stunden länger unterrichten.

derStandard.at: Auch nicht in kleineren Klassen?

Scholik: Die sind noch längst nicht überall Realität. Man muss eine Baustelle abschließen, bevor man die nächste anfängt.

derStandard.at: Könnten Sie mit der längeren Unterrichtszeit leben, wenn Sie dafür mehr Gehalt bekommen würden?

Scholik: Das steht jetzt nicht zur Diskussion. Solche Dinge müssen vorher intern verhandelt werden, und dann erst öffentlich besprochen werden. Wir hoffen jetzt auf Gespräche mit der Ministerin. (Elisabeth Oberndorfer/derStandard.at, 25. Februar 2009)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Scholik hat von Schmieds Plänen "aus den Medien erfahren".

Share if you care.