Hauptschulbesuch schmälert Chancen

25. Februar 2009, 13:51
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Studie: 40 Prozent der Maturaschul-Anfänger aus Hauptschule - Aber 25 Prozent kommen nicht über erste Klasse hinaus

Wien - Wie erfolgreich ein Schüler auf dem Weg zur Matura ist, hängt stark davon ab, ob er davor eine Hauptschule oder die AHS-Unterstufe besucht hat. Das geht aus der heute, Mittwoch, präsentierten Studie "Bildung in Zahlen 2007/08" der Statistik Austria hervor. Laut offiziellen Lehrplänen sollten Hauptschüler und AHS-Unterstufler eigentlich den gleichen Wissensstand vermittelt bekommen.

Schwerer Weg zur Matura

Laut der Untersuchung kamen insgesamt 40 Prozent der rund 58.600 Schüler an maturaführenden Schulen im Schuljahr 2006/07 aus Hauptschulen, doch nur 74,8 Prozent kamen über die Einstiegsklasse hinaus. Zum Vergleich: Schüler der AHS-Unterstufe, welche 43,7 Prozent der Einsteiger in eine maturaführende Schule ausmachten, schafften dies zu 87,7 Prozent. Aufgeschlüsselt nach Schultypen taten sich Hauptschulabgänger in BHS und HTL am schwersten, nur 69,4 Prozent schafften es von der ersten in die zweite Klasse. Bei AHS-Abgängern waren in diesen beiden Schultypen dagegen 86,9 Prozent in der Einstiegsklasse erfolgreich.

Der Weg zur Matura ist dabei generell nicht leicht. Über alle Herkunftsschulen hinweg gerechnet, schaffen 77,4 Prozent im Schuljahr 2006/07 den Aufstieg von der ersten in die zweite Klasse einer maturaführenden Schule. Mädchen waren dabei mit 80,3 Prozent erfolgreicher als Burschen mit 74 Prozent. Deutlich unterschiedlich sind auch die Erfolgsquoten zwischen Schülern mit deutscher (79,3 Prozent) und nicht-deutscher Umgangssprache (63,2 Prozent).

Sitzenbleiber nicht erfolgreich

Betrachtet man die Schultypen einzeln, war das Weiterkommen in einer ersten Klasse einer HTL (Erfolgsquote: 73,1 Prozent) und einer HAK (73,6 Prozent) am schwierigsten. An wirtschaftsberuflichen höheren Schulen waren 79,5 Prozent erfolgreich, an AHS-Oberstufen 79,9 Prozent erfolgreich. Mit 86,1 Prozent die höchste Übertrittsrate von der ersten in die zweite Klassen hatten die lehrerbildenden, sowie die land- und forstwirtschaftlichen höheren Schulen.

Sitzenbleiben ist offenbar unter Jugendlichen nicht sehr beliebt. Nur rund ein Viertel (27,1 Prozent) jener Schüler, welche nicht den Aufstieg in die zweite Klasse einer maturaführenden Schule schaffte, wiederholte die Einstiegsklasse. Mehr als die Hälfte (54,3 Prozent) wechselte in eine andere Ausbildung, jeder Fünfte (18,7 Prozent) brach die Schullaufbahn zumindest vorübergehend ab.

Ein Drittel gelangt nicht zur Matura

Insgesamt, über alle Herkunftsschulen gerechnet, scheidet ein Drittel der Schüler, die an eine maturaführende Schule gehen, vor der Reifeprüfung aus. Den Versuch, bis zur Matura zu gelangen, startet jeweils mehr als die Hälfte der Schüler eines Jahrgangs nach Hauptschule bzw. AHS-Unterstufe.

60,3 Prozent der Schüler der letzten Klasse einer AHS-Unterstufe verblieben 2007/08 an der AHS. 31,2 Prozent wechselten an eine BHS. Bei den Hauptschülern sieht die Sache deutlich anders aus. So besuchte ein gutes Viertel (27,8 Prozent) eine Polytechnische Schule. 28,2 Prozent gehen auf eine BHS, 21,7 Prozent auf eine berufsbildende mittlere Schule. Lediglich 5,9 Prozent der Hauptschulabgänger wechseln in eine AHS-Oberstufe. (APA)

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    Ein Drittel der SchülerInnen scheidet vor der Matura aus der Schule.

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