Todesfalle Jeansfabrik

25. Februar 2009, 13:48
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In illegalen Werkstätten in der Türkei arbeiten Menschen beim Bleichen der Stoffe ohne Atemschutz, 5.000 von ihnen könnten in den nächsten Jahren an den Folgen sterben

Istanbul - Bis zu 5.000 Menschen in der Türkei könnten nach Einschätzung von Experten in den kommenden Jahren an den Folgen gesundheitsgefährdender Arbeitsbedingungen beim Bleichen von Jeans sterben. Rund 20.000 Menschen hätten bisher in kleinen Fabriken und Werkstätten gearbeitet, in denen Jeans ohne den notwendigen Atemschutz mit Hilfe von Hochdruck-Sandstrahlern gebleicht würden, sagte die Lungenärztin Elif Reyhan Han von der Klinik für Berufskrankheiten in Ankara am Mittwoch auf Anfrage. Die Zahl der erwarteten Todesfälle sei so hoch, weil viele Betroffene nicht behandelt worden seien.

Laut der Zeitung "Evrensel" reichte die Klinik einen entsprechenden Bericht beim Arbeitsministerium in Ankara ein. Nun werde eine Reaktion des Ministeriums erwartet. Eine Selbsthilfegruppe der Jeans-Arbeiter fordert seit Monaten, die illegalen Werkstätten müssten geschlossen werden. Das Arbeitsministerium hatte im vergangenen Jahr rund ein Dutzend dieser Unternehmen schließen lassen. Laut "Evrensel" gibt es in der Metropole Istanbul aber etwa 1.000 solcher nicht registrierten Fabriken. (APA/AFP)

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