Kurzarbeit für alle 406 Mitarbeiter bei Böhler Bleche

25. Februar 2009, 13:33
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Graz - Bei Böhler Bleche im obersteirischen Mürzzuschlag müssen ab Montag, den 2. März, alle 406 Mitarbeiter für drei Monate kurzarbeiten. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch nach einer Betriebsversammlung mit. Hintergrund ist der massive Auftragsrückgang in den wichtigsten Abnehmersektoren für Edelstahlbleche. Der nachhaltige Konjunktureinbruch in den meisten Abnehmersegmenten habe trotz eines hohen Auftragsbestandes bei der Böhler Bleche GmbH & Co KG zu Auslastungsproblemen geführt, hieß es.

Die deutlichen Auftragsrückgänge könnten nicht mehr über Maßnahmen wie Abbau von Arbeitszeitkonten und Urlaub kompensiert werden, so das Unternehmen. Nach mehreren erfolgreichen Jahren sei Böhler Bleche in Mürzzuschlag - hergestellt werden Bleche und Zuschnitte aus Werkzeugstählen, Schnellarbeitsstählen und Luftfahrtwerkstoffen sowie rostfreie Spezialprodukte und Pressbleche - seit Herbst vergangenen Jahres mit einem deutlichen Auftragsrückgang konfrontiert gewesen. Wichtige Abnehmerbranchen wie die Automobilindustrie, die Sägeindustrie und der Werkzeugbau haben ihre Absatzprognosen und damit auch ihren Bedarf an Produkten der Böhler Bleche drastisch reduziert.

Bei der Unternehmensleitung geht man davon aus, dass sich die deutlich gesunkene Nachfrage in nächster Zeit nicht verbessern werde. Daher gelte ab 2. März für 315 Arbeiter und 91 Angestellte für die Dauer von drei Monaten Kurzarbeit. Die Arbeitszeit wird um bis zu 40 Prozent bei um maximal zehn Prozent verminderten Bezügen reduziert.

Bei der Betriebsversammlung wurden die Mitarbeiter von Geschäftsführung und Betriebsrat über die aktuelle Lage sowie die geplanten Maßnahmen informiert. Es sei in einer Zeit von großer Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung schwierig, die Beschäftigung abzusichern, sagte Geschäftsführer Andreas Mirtl.

Das Unternehmen gehört zu 100 Prozent der Böhler-Uddeholm AG, die wiederum im Eigentum der Voestalpine AG steht. In Mürzzuschlag werden 406 Mitarbeiter beschäftigt. Im vergangenen Geschäftsjahr wurde ein Umsatz von rund 150 Mio. Euro erzielt. (APA)

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