Forscher der ETH Lausanne entwickelten neuartigen Computer

25. Februar 2009, 13:12
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Ortet den User und macht selbst Vorschläge

Forscher der ETH Lausanne haben einen neuartigen Computer entwickelt. Er wird nicht mit Tastatur und Maus, sondern mit Gesten bedient. Zudem ortet er den Benutzer und macht selbst Vorschläge. Schreiben ist auf dem aktuellen Modell allerdings noch nicht möglich.

QB1

Trotz der Fortschritte der vergangenen Jahre in der Informatik sei es immer noch der Mensch, der sich dem Computer anpassen müsse, erläuterte die ETH Lausanne am Mittwoch. "Sie müssen selbst an den Computer gehen und Ihre Wünsche via Tastatur eingeben", sagte Nicolas Henchoz, der Leiter des Laboratoriums EPFL+Ecal. ETH-Ingenieur Frédéric Kaplan und der Industriedesigner Marino d'Esposito drehten dieses Prinzip um: Sie haben einen Computer entwickelt, der sich dem Benutzer anpasst und ihm selbst Vorschläge macht. Ihr Modell, QB1 genannt, stellen sie diese Woche an der Fachkonferenz LIFT in Genf vor.

Der Benutzer bedient den Computer mittels Gesten. QB1 könne die Bewegungen beider Hände simultan verarbeiten, hieß es in einer Aussendung. Ortet der Computer einen Benutzer, dreht er ihm automatisch den Bildschirm zu und bietet seine Inhalte an.

"Mit einer Geste kann man ein Angebot annehmen oder ablehnen"

Schreiben oder im Internet surfen ist mit QB1 allerdings noch nicht möglich. Als erster Versuch wird in Genf eine Art Jukebox präsentiert. QB1 spielt dabei die CD oder das Lied der Wahl des Benutzers. "Mit einer Geste kann man ein Angebot annehmen oder ablehnen", sagte Henchoz. Mit einer anderen Bewegung werde die Lautstärke geregelt.

Laut der ETH Lausanne erkennt der Computer seinen Benutzer wieder und stellt sich mit der Zeit auf ihn ein. Dadurch gelinge es ihm, immer bessere Vorschläge zu machen. Möglich machen dies verschiedene Techniken der künstlichen Intelligenz. Wichtig sei nun auch, herauszufinden, wie die Benutzer auf QB1 reagierten, sagte Henchoz.

An der LIFT-Konferenz suchen die Forscher deshalb mittels eines Castings Familien, die einen QB1 für eine gewisse Zeit zu sich nach Hause nehmen wollen. Der nächste Schritt sei dann, neue Anwendungen für den neuartigen Computer zu entwickeln, sagte Henchoz. (APA/sda)

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