EADS ernennt neuen Chef für A400M-Sparte

25. Februar 2009, 13:01
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Sparexperte Domingo Urena-Raso soll das Militärflugzeug in die Luft bekommen - Deutschland fordert für Verspätung Schadenersatz

Paris - Nach dem Fiasko um die Verspätungen beim Militärtransporter A400M hat die Airbus-Mutter EADS personelle Konsequenzen gezogen. Der EADS-Verwaltungsrat ernannte den Spanier Domingo Urena-Raso zum neuen Chef der zuständigen Sparte Airbus Military, wie der Konzern am Dienstagabend mitteilte. Er löst seinen Landsmann Carlos Suarez ab, unter dessen Führung das Rüstungsprogramm aus dem Ruder gelaufen war. Deutschland, mit 60 Maschinen größter Abnehmer, hat EADS wegen der Verzögerungen mit Schadenersatzforderungen gedroht.

Urena-Raso wurde vom Verwaltungsrat auch zum Mitglied des EADS-Vorstands ernannt. Der 50-Jährige Luftfahrtingenieur war 2006 Leiter der Abteilung für Internationale Strategie bei Airbus. Zuletzt war er für die Umsetzung des Sparprogramms Power 8 bei Airbus zuständig, mit dem der Flugzeugbauer wegen milliardenteuren Verzögerungen bei den Passagierflugzeugen A380 und A350 10.000 Stellen einspart.

Beim A400M sollte die erste Maschine ursprünglich im Oktober diesen Jahres ausgeliefert werden. Dem Unternehmen nach kann diese nun frühestens erst drei Jahre nach dem Erstflug stattfinden. Für den Jungfernflug gibt es aber bis heute keinen Termin.

EADS hatte den Airbus-Militärbereich im Dezember in die Flugzeugbauer Airbus integriert, um die Probleme mit dem A400M in den Griff zu bekommen. Urena-Raso ist damit direkt dem deutschen Airbus-Chef Thomas Enders unterstellt. Sein Vorgänger Carlos Suarez, der die Sparte seit Juli 2007 geleitet hatte, wehrte sich laut der spanischen Presse gegen diese Änderung heftig. Ihm werde EADS zufolge in den nächsten Tagen "eine herausgehobene Position angeboten, die seiner großen Erfahrung Rechnung trägt". (APA/AFP)

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