Wiener Forschungsarbeit als "Breakthrough of the Year" nominiert

25. Februar 2009, 14:06
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Team der Medizinischen Universität befasste sich damit, wie das Protein mTOR Entzündungsreaktionen steuert

Wien - Eine Arbeit von Wissenschaftern der Medizinischen Universität Wien am AKH, welche die Funktion des Proteins mTOR geklärt hat, wurde von der US-Wissenschaftszeitschrift "Science Signaling" für den "Breakthrough of the Year" 2008 auf dem Gebiet der Erforschung der Signalketten in Zellen nominiert. Die Liste des Fachmagazins beinhalte die 40 wichtigsten Veröffentlichungen in diesem Bereich aus dem vergangenen Jahr, teilte die MUW in einer Aussendung mit.

Marcus Säemann, Thomas Weichhart und ihr Team von den Universitätskliniken für Innere Medizin II und III sowie von der Abteilung für Medizinische Genetik haben 2008 ihre Arbeit im Journal "Immunity" publiziert. Sie beschäftigt sich damit, wie mTOR Entzündungsreaktionen steuert.

mTOR und Rapamycin

Bei mTOR handelt es sich um jenes Protein, welches der Angelpunkt für das Immunsuppressivum Rapamycin ist. Es registriert Signale bezüglich des Nahrungs- und Energiestatus der Zellen. Das Protein reguliert so Zellwachstum und Zellteilung. Wirkstoffe wie Rapamycin, Temsirolimus und Everolimus blockieren damit auch die Zellteilung. Everolimus wird zum Beispiel in der Therapie von bisher schlecht behandelbaren Nierenkarzinomen eingesetzt. Es handelt sich um ein neues Wirkprinzip gegen bösartige Tumoren. Der mTOR-Signalweg ist bei einigen Krebserkrankungen mutiert und bewirkt damit das aus Kontrolle geratende Wachstum von bösartigen Zellen.

Weichhart: "Die Studie zeigt eine Möglichkeit, warum Rapamycin in der Krebstherapie so erfolgreich ist. Die Ergebnisse von Säemann und mir weisen auch auf neue Möglichkeiten hin, Impfstoffe mithilfe von Rapamycin zu optimieren."

Die Arbeit der Wiener Wissenschafter hat viele andere potenzielle Schlussfolgerungen. Entzündungen sind eine notwendige Reaktion auf verschiedenste äußere Reize wie Bakterien- und Vireninfektionen, aber auch bei der Krebsentstehung. Abwehrzellen des Immunsystems, die bei einer Entzündung in einem frühen Stadium eine wichtige Rolle spielen (Monozyten, dendritische Zellen), werden durch Rapamycin zur Produktion von stark entzündlichen Botenstoffen angeregt, die den weiteren Verlauf bestimmen: Die Entzündungsreaktion wird durch Rapamycin verstärkt, ihre Auflösung verzögert. Anderseits werden ähnliche Substanzen wie Pimecrolimus und Tacrolimus in der Behandlung der atopischen Dermatitis eingesetzt. (APA/red)

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