Grüne suchen "Rathausfrau"

25. Februar 2009, 12:31
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Rathausmann, baba: Über Ideenwettbewerb soll bestes weibliches Repräsentationssymbol für die Stadt gefunden werden

Wien - Als ironische Aktion mit ernstem Hintergrund verstehen die Wiener Grünen ihren Wettbewerb zum Thema "Rathausfrau", der am Mittwoch gestartet ist. Die BürgerInnen sind dabei aufgerufen, ein weibliches Repräsentationssymbol als Alternative zur Skulptur des Rathausmannes zu entwerfen, die seit 1892 auf der Spitze des Rathauses thront.

Deutliches Zeichen nötig

Die Grünen wollen damit auf eine Unterrepräsentanz von Frauen im Öffentlichen Dienst aufmerksam machen. "Es ist höchste Zeit, diesem Rathausmann eine Rathausfrau gegenüberzustellen", sagte die nicht amtsführende Stadträtin Monika Vana am Mittwoch. So stagniere seit Jahren der Frauenanteil in Spitzenfunktionen des Magistrats bei 30 Prozent - obgleich 52 Prozent der WienerInnen Frauen seien und deren Anteil im Magistrat gar 57 Prozent betrage. Hier müsse das Gleichbehandlungsgesetz konsequent umgesetzt werden, damit der Frauenanteil in allen Funktionen auf mindestens 50 Prozent steige. Auch die öffentliche Auftragsvergabe solle an diese Zielmarke in den Betrieben gekoppelt werden.

"Männer pfui Gack"

Auf wenig Gegenliebe ist die Idee der Grünen bei der ÖVP gestoßen. Die sei ein "unnötiger und inszenierter Geschlechterkampf", beschied VP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter in einer Aussendung. In Zeiten der Wirtschaftskrise gebe es wahrlich größere Probleme. So löblich die Idee der Grünen sei, Politik für Frauen zu machen, dürfe sich dies nicht auf Symbole beschränken. "Und wenn man sich die Grüne Bundespartei ansieht, beschleicht einen ohnedies der Verdacht, dass dort die Männer als pfui Gack betrachtet werden", konstatierte Walter. 

Keine "Eiserne Lady"

Nichtdestotrotz: Der beste Entwurf wird als Skulptur gefertigt und soll an einem prominenten Platz ausgestellt werden. Über das Material ist man sich derzeit noch uneinig, außer, dass die Figur wohl nicht in Stahl gefertigt wird: "Der Begriff der Eisernen Lady ist ja bereits besetzt", so Vana.

 

Der Gewinnerin oder dem Gewinner winken außerdem 200 Euro. Einsendeschluß ist der 98. Internationale Frauentag am 8. März. (APA/red)

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