Bernanke macht Mut

25. Februar 2009, 11:18
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Die US-Wirtschaft steckt so tief in der Krise wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Doch Notenbankchef Ben Bernanke sieht Licht am Ende des Tunnels

Washington - US-Notenbankchef Ben Bernanke ist Ängsten vor einer weitreichenden Bankenverstaatlichung entgegengetreten. Die Regierung werde nichtstimmberechtigte Vorzugsaktien der 19 größten Finanzinstitute kaufen, wenn die Banken mehr Kapital benötigten, um eine weitere Verschlechterung der Rezession zu überstehen, sagte Bernanke am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Diese Anteile würden nur dann in stimmberechtigte Stammaktien umgewandelt, wenn es "außergewöhnliche Verluste" gebe.

Bernanke verwies in einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats auf die mit einer Verstaatlichung verbundenen "gewaltigen rechtlichen Unsicherheiten". Er sehe keinen Grund, sich darauf einzulassen, "wenn es schlicht nicht nötig ist", sagte der Notenbankchef. Die Regierung benötige keine Mehrheitsbeteiligung, um mit den Banken darauf hinzuarbeiten, dass der Kreditfluss an Verbraucher und Unternehmen sichergestellt sei.

An diesem Mittwoch will das Finanzministerium mit sogenannten Stresstests beginnen. Das sind Überprüfungen der 19 großen Banken, bei denen deren Belastbarkeit bei einer weiteren Verschlechterung der Rezession, die potenziellen Verluste und damit der etwaige Kapitalbedarf festgestellt werden sollen. Bernanke zufolge werden dabei mögliche Entwicklungen in den nächsten zwei Jahren in Betracht gezogen.

"Schrittweise Erholung"

Zum Auftakt der Anhörung hatte der Notenbankchef erklärt, dass er eine schrittweise Erholung zum Jahresende für möglich hält, falls die Maßnahmen der Regierung und Zentralbank greifen. Andernfalls drohe eine längere Rezession, deren Überwindung zwei bis drei Jahre dauern dürfte. Insgesamt werde die US-Wirtschaft im laufenden Jahr deutlich schrumpfen, sagte Bernanke in seinem halbjährlichen Bericht vor dem Bankenausschuss weiter. An diesem Mittwoch wird der Notenbankchef dem Finanzausschuss des Abgeordnetenhauses Rede und Antwort stehen. (APA/dpa)

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    Der US-Notenbankchef verweist auf "gewaltige rechtliche Unsicherheiten".

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