Welcher Typ bin ich?

25. Februar 2009, 17:06
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"Ein schönes Auto", stellte der Kollege fest, "aber der passt nicht zu dir." Seltsam, ich hatte das Gefühl, der Wagen stünde mir ausgezeichnet

Eines der logischen Fahrzeuge, die mich gut kleideten und die besten Eigenschaften in mir betonten. Das aktuelle Testauto war ein Mercedes CL 500. Mir erschien der Wagen so selbstverständlich, als wäre er immer schon vor meiner Tür gestanden. Elegant, lässig, sportlich.

Gut, die 140.000 Euro für den CL sind ein Widerspruch in sich, vielleicht nicht unbedingt in sich, aber jedenfalls zu mir - zu meinen finanziellen Rahmenmöglichkeiten. Da wäre ich eher der Fiat-500-Typ. Aber wenn Geld jetzt keine Rolle spielen würde: Dann wäre ich eindeutig der CL-Typ.

"Nein", fuhr der Kollege in der Garage fort, "der passt nicht zu dir. Versteh mich nicht falsch, aber das Auto ist zu edel für dich." Und wie sollte ich das bitte richtig verstehen? Dass ich diesem Auto nicht gerecht werden konnte?

Der Kollege bemerkte an meinen einstürzenden Gesichtszügen die tiefe Enttäuschung, die von mir Besitz ergriffen hatte. "Ich meine, du bist doch eher der legere, der sportliche Typ", hob er an, "und Mercedes ist eine so konventionelle, brave Marke." Der Kollege redete sich in einen Strudel. Der CL 500 ist ein sportliches Coupé mit einem V8-Motor und knapp 400 PS. Wäre ich also so sportlich, wie mir der Kollege unterstellt, und würde dieses Auto nicht zu mir passen, welches dann? Eine Rakete? Ich hatte schon verstanden. Der CL war zu gut für mich. Mir stehen Sack und Asche, Lada und Hyundai. (Michael Völker/DER STANDARD/Automobil/13.2.2008)

 

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    Mercedes CL-500 - oder doch eher der sportliche Typ?

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