Palfinger erwartet 2009 Ergebnisrückgang

25. Februar 2009, 09:11
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Ebit 2008 um 31 Prozent auf 69,1 Millionen Euro gesunken - 96 Mitarbeiter gekündigt - Kurzarbeit "bis auf weiteres"

Wien - Der Salzburger Kranhersteller Palfinger erwartet für das laufende Geschäftsjahr 2009 einen Rückgang beim Betriebsergebnis. Die anhaltend schwache Nachfrage nach Kränen werde sich im Ergebnis deutlich niederschlagen, wodurch das Niveau des Berichtsjahres 2008 "deutlich verfehlt" werde, teilte Palfinger am Mittwoch mit. Umsatzseitig könnten Rückgänge im Kranbereich teilweise durch die getätigten Akquisitionen kompensiert werden.

Interne Maßnahmen zur Stärkung der Ertrags- und Finanzstruktur sollen durch weitere Fixkostenreduktion, Prozessverbesserungen, Umsatzsteigerungen und eine Reduktion des Capital Employed erreicht werden. Zudem bereite das Management eine Schuldscheinemission im Volumen von 50 Mio. Euro vor, die zur langfristigen Refinanzierung bestehender kurzfristiger Verbindlichkeiten ebenso verwendet werden wie zur Nutzung weiterer Wachstumschancen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2008 hat Palfinger nach einem zweistelligen organischen Wachstum im ersten Halbjahr wegen der Konjunkturkrise in der zweiten Jahreshälfte einen Ergebniseinbruch von 31,6 Prozent auf 69,1 Mio. Euro verbucht. Aufgrund der getätigten Akquisitionen ist der Umsatz noch um 14,3 Prozent auf 794,8 Mio. Euro gestiegen.

Der Vorstand schlägt für 2008 eine Dividende von 0,39 Euro je Aktie vor, nach 0,70 Euro 2007. Die Dividendenrendite bezogen auf den Durchschnittskurs beträgt damit 2,1 Prozent.

Geringe Nachfrage

Zum deutlichen Ergebnisrückgang haben neben der geringeren Nachfrage im europäischen Krangeschäft auch die Bilanzierungsvorschriften bei Akquisitionen sowie die geänderte Gewichtung der Produkte innerhalb des Konzerns - vom Kran hin zu den hydraulischen Systemen - beigetragen.

Im vierten Quartal 2008 hat Palfinger ein negatives Quartalsergebnis verbucht. Dazu trugen neben der Geschäftsentwicklung die Impairmentabschreibungen und Sozialplankosten in Höhe von 6,4 Mio. Euro bzw. 3,1 Mio. Euro bei. Ohne diese Effekte wäre das Ergebnis positiv gewesen. Wie berichtet hat Palfinger wegen der Wirtschaftskrise 96 Mitarbeiter gekündigt und einen Sozialplan implementiert. Seit Jänner 2009 wurde bis auf weiteres Kurzarbeit eingeführt.

Die EBIT-Marge sei mit 8,7 Prozent nach 14,3 Prozent im Vorjahr noch zufriedenstellend und sei unter dem Blickwinkel dieser Maßnahmen sowie der Akquisitionen zu sehen. 2008 hat Palfinger in Deutschland die MBB Gruppe und den Elevant Hubarbeitsbühnenbereich, in Nordamerika die Omaha Standard. Der Umsatzbeitrag dieser Akquisitionen lag bei 94,4 Mio. Euro.

Das dreijährige Investitionsprogramm, das zusätzlich zu den laufenden Ersatzinvestitionen Erweiterungsinvestitionen im Ausmaß von 80 Mio. Euro umfasste, wurde im Jahr 2008 abgeschlossen.

Höheres Eigenkapital

Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 5,0 Prozent auf 309,8 Mio. Euro, die Eigenkapitalquote beträgt 48,5 Prozent. Die Gearing Ratio erhöhte sich vor dem Hintergrund der Akquisitionen und des Investitionsprogramms auf 53,8 Prozent nach 26,7 Prozent im Vorjahr.

Der Cashflow aus dem operativen Bereich betrug 32,6 Mio. Euro, nach 53,0 Mio. Euro 2007. Der Rückgang sei im Wesentlichen auf die gegenüber 2008 reduzierte Investitionstätigkeit, die Geschäftsentwicklung im Jahresverlauf sowie getätigte Ertragsteuerzahlungen zurückzuführen.

Palfinger notierte am Mittwoch an der Wiener Börse kurz nach der Eröffnung mit 7,50 Euro um 2,5 Prozent über dem Schlusskurs von Dienstag. (APA)

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