Norwegischer Bildungsminister will File Sharing legalisieren

25. Februar 2009, 08:01
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Kampf gegen P2P-Netze sei schlicht Verschwendung von Ressourcen - "Großartige Möglichkeit neue Musik zu entdecken"

Dass die Beschäftigung der offiziellen Politik mit dem Thema File Sharing nicht ausschließlich von Verteufelung und Abscheu geprägt sein muss, beweist nun der norwegische Bildungsminister Bård Vegar Solhjell. In einem Blog-Posting setzt er sich ganz offen für eine Legalisierung des Online-Tausches aus.

Entdeckungen

P2P-Netze seien eine "großartige Möglichkeit neue Musik zu entdecken", konzentriert sich Solhjell auf die Vorteile des File-Sharings, den Kampf dagegen sieht er hingegen als pure Verschwendung von Ressourcen. Das dafür ausgegebene Geld sollte lieber direkt an die KünstlerInnen wandern, anstatt es in einem Kampf zu investieren, der ohnehin nicht zu gewinnen sei.

Finanzierung

Entsprechende Ängste habe es bei jedem Technologiewechsel gegeben, aber weder "hat das TV das Radio getötet, noch  das Internet das Buch und der Download wird auch die Musik nicht umbringen", so Solhjell. Man müsse schlicht alternative Finanzierungsmodelle finden, etwa über werbefinanzierte Streaming-Modelle, etwas das ja immerhin auch beim Radio ähnlich funktioniert hat.

Druck

Die Aussagen von Solhjell kommen zu einem Zeitpunkt, zu dem die Musikindustrie über ihre Interessensvertretung IFPI gerade versucht massiv den Druck auf norwegische Provider zu erhöhen. So droht man diesen derzeit offen mit Klagen, sollten sie nicht damit beginnen den Bittorrent-Tracker "The Pirate Bay" zu blockieren.

Ablehnung

Eine Forderung der sich zumindest die norwegischen Anbieter bisher zu widersetzen scheinen. So lehnt etwa Telenor entsprechende Maßnahmen offen ab und spricht von einem "gefährlichen Weg", den man mit solchen Zensurmaßnahmen einschlagen würde. (apo)

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    Norwegens Bildungsminister, Bård Vegar Solhjell

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