Aufstand einer Eliteeinheit in der Hauptstadt Dhaka

25. Februar 2009, 13:28
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Angehörige der paramilitärischen Grenztruppe "Bangladesh Rifles" nahmen Offiziere als Geisel - Regierungschefin verhandelt mit Meuterern

Dhaka - In Bangladesch haben unzufriedene Angehörige einer Eliteeinheit am Mittwoch gemeutert und ihre Offiziere als Geiseln genommen. Reguläre Truppen umstellten die von den Rebellen gehaltene Kaserne in der Hauptstadt Dhaka, während Regierungschefin Sheikh Hasina Wajed nach offiziellen Angaben mit den Meuterern verhandelte. Im Kugelhagel der stundenlangen Schießereien starben mindestens zwei Menschen, 13 weitere wurden verletzt.

Ministerpräsidentin Sheikh Hasina Wajed hat den Soldaten Straffreiheit zugesichert. Gleichzeitig forderte sie ein sofortiges Ende des Aufstands im Hauptquartier der Grenzsoldaten. Wie die Zeitung "The Daily Star" am Mittwoch unter Berufung auf Regierungsmitglieder berichtete, empfing die Regierungschefin zuvor eine Abordnung der Aufständischen zu einem Gespräch

"Wir halten alle Offiziere als Geiseln fest", sagte einer der Aufständischen dem TV-Sender ATN Bangla. "Wir werden sie erst freilassen, wenn die Regierung eine Generalamnestie für uns alle angeordnet, unsere Forderungen erfüllt und die Soldaten aus dem Umfeld des Gebäudes abgezogen hat." Die Meuterer verschanzten sich im Hauptquartier ihrer Einheit, der "Bangladesh Rifles" (BDR), im Stadtteil Pikhana. Die BDR ist eine Grenztruppe, zu der 3000 bis 4000 Mann zählen. Die Meuterer forderten höhere Einkommen, Lebensmittelsubventionen und mehr Urlaub.

Bei den zwei Todesopfern handelt es sich um einen Soldaten und einen Rikschafahrer. Augenzeugen berichteten von weiteren Leichen in der Kaserne. Unter den Verletzten sind mehrere Unbeteiligte. Die Meuterer schossen auf Hubschrauber, die über die Kaserne flogen. Unklar war das Schicksal von BDR-Chef Shakil Ahmed, dem die Aufständischen vorwarfen, ihre Anliegen missachtet zu haben. Hasina Wajed rief die schwer bewaffneten Aufständischen auf, ihre Waffen niederzulegen.

Besorgnis in Indien

Regierungskreise im Nachbarland Indien äußerten sich besorgt über die Situation in Bangladesch. Zwar gehe man davon aus, dass es sich nicht um einen Militärputsch handle. Dennoch seien die indischen Grenztruppen in Alarmbereitschaft versetzt worden, hieß es. Nach ihrem jüngsten Wahlsieg regiert in Bangladesch seit Jänner wieder Sheikh Hasina Wajed, die Tochter des ermordeten Staatsgründers Mujibur Rahman, mit ihrer Awami-Liga (AL). Als das durch Sezession von Pakistan mit indischer Hilfe unabhängig gewordene bitterarme Land Anfang 2007 in blutigen Unruhen zu zerbrechen drohte, hatte eine vom Militär gestützte Übergangsregierung die Macht übernommen. (APA/AFP/dpa)

 

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    Soldaten haben in der Hauptstadt Dhaka nahe dem Hauptquartier der paramilitärischen BDR Stellung bezogen.

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