Sprunghafter Anstieg illegal getöteter Elefanten in Kenia

24. Februar 2009, 20:42
2 Postings

Tierschützer sehen direkten Zusammenhang mit dem legalen Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen

Nairobi/Hamburg - Kenianische Elefanten sind im vergangenen Jahr häufiger Wilderern zum Opfer gefallen als im Jahr davor. Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) registrierte für 2008 einen sprunghaften Anstieg illegal getöteter Elefanten um mehr als 60 Prozent. 2007 hatten Wilderer noch 49 der Dickhäuter getötet. Laut IFAW steht die Wilderei im direkten Zusammenhang mit dem legalen Verkauf von Lagerbeständen im vergangenen November.

"Wegen der Lagerverkäufe ist es einfacher, illegales Elfenbein auch mit auf den Markt zu bringen", sagte Sprecher Andreas Dinkelmeyer am Dienstag in Hamburg. Es sei oft schwer nachzuweisen, woher das Elfenbein stamme.

Wert

Nach Erkenntnissen der Kenianischen Wildtierbehörde KWS bekommen die Wilderer derzeit rund 38 US-Dollar (rund 30 Euro) pro Kilogramm Elfenbein - doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Auf dem internationalen Schwarzmarkt werde das "weiße Gold" für 850 Dollar pro Kilogramm verkauft.

Legale Verkäufe haben laut Dinkelmeyer bereits in der Vergangenheit den Handel auch mit illegalem Elfenbein angeheizt. In diesem Jahr seien im kenianischen Tsavo Nationalpark sowie dem an die Serengeti grenzenden Amboseli-Park bereits neun weitere von Wilderern geschossene Elefanten entdeckt worden.

Ausnahmegenehmigung

Südafrika, Botsuana, Namibia und Simbabwe hatten im vergangenen November mehr als hundert Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen legal versteigert. Das entspricht laut IFAW den Stoßzähnen von mehr als 10.000 Elefanten. Das zuständige Sekretariat des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) hatte eine Ausnahmegenehmigung für die Auktion erteilt, bei der Staatsbestände verkauft wurden. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Elefanten geht's in Kenia vermehrt an den Kragen - der Verkauf von Elfenbein lockt.

Share if you care.