Umweltschonende Vehikel für Vorarlberg

24. Februar 2009, 19:05
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Klimafonds mit neuem Call und weniger Eigentümern

Kunden für das Auto hat die Betreibergesellschaft Vorarlberg elektrisch mobil GmbH schon einige an der Angel. Darunter international renommierte Unternehmen wie den Beschlägehersteller Blum und den Aufzugsfabrikanten Doppelmayr.

Aber auch Martin Summer, Bürgermeister der Rheintaler Marktgemeinde Rankweil, zeigte sich nach einer Testfahrt mit dem norwegischen Elektro-Stadtflitzer "Think City" begeistert und überlegt sich, das umwelt- und klimaschonende Vehikel für die Zustellung von "Essen auf Rädern" in Rankweil zu leasen. Think City (eine Präsentation ist für 26.2., 19.30, Werkstattbühne des Festspielhauses Bregenz, geplant) ist die Stütze für das derzeit wohl ehrgeizigste regionale Energieprojekt, das in Österreich läuft: Vorarlberg wurde vom Klima- und Energiefonds des Bundes als Modellregion für Elektromobilität ausgewählt. Im Rahmen eines mit bis zu 4,7 Millionen Euro geförderten Pilotprojekts wird im laufenden Jahr ein Flottenversuch mit vorerst 100 Elektrofahrzeugen durchgeführt.

Mehr als zehn Fahrzeuge dieser "Vlotte" sind bereits angeschafft worden. In Summe sollen 40 Fahrzeuge von Unternehmen, 40 von öffentlichen Körperschaften und Sozialorganisationen und die restlichen 20 von Privatpersonen betrieben werden. Während des Versuchs sollen fundierte Daten - etwa über Praxistauglichkeit, Verbrauch, Reichweiten, Servicekosten und verschiedene Akkutechnologien - gesammelt werden. Die noch mit Jahresbeginn bestehende Elektrotankstellen-Infrastruktur von lediglich zehn Stück soll ebenfalls erheblich erweitert werden.

Wie die Fahrzeuge werden auch alle Tankstellen mit Messeinrichtungen ausgestattet, um auszuwerten, wann welche Energiemengen von welchen Tankstellen entnommen werden. Im Jahr 2010 ist vorgesehen, die Fahrzeugflotte samt Infrastruktur aufgrund der bis dahin erhobenen Daten effizient zu erweitern. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der TU Wien. In der Ausschreibung des Klima- und Energiefonds war die Umsetzung der Maßnahmen in einer "städtischen Agglomeration" mit mindestens 100.000 Einwohnern und ihrem Umland gefordert. Vorarlberg hat sich dabei gegen Mitbewerber wie Linz und Graz durchgesetzt.

Denkbar breit ist die Vielfalt der Themen, die man sich für die derzeit laufende Ausschreibung (Einreichschluss: 2. März) mit dem Titel "Austrian Climate Research Program" wünscht: Klima und Klimawirkungen, Risikoananalyse, integrierte Analysen zu Klima, Energie und Wirtschaft und Klimapolitik und Umsetzung.

Der Klimafonds ist derzeit in einer Art Interregnum: Derzeit untersteht er drei Ministerien (Leben, Verkehr und Wirtschaft) sowie dem Bundeskanzleramt. Nach einer Gesetzesnovellierung sollen von diesen vier Herren aber nur mehr zwei übrig bleiben: Verkehrs- und Lebensministerium. (fei, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25. Februar 2009)

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