Ernährungsberater Tod

24. Februar 2009, 19:07
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Sensenmann im Metallic-Look: Die Werbeeinschaltung für die "Tag des Todes"- Handysoftware macht ratlos

Schön, wenn das Fernsehen seine Zuschauer in Frage stellt. Aber muss es gleich das eigene Sterbedatum sein?

Die Werbeeinschaltung für die "Tag des Todes"- Handysoftware, gesehen auf MTV, macht bestenfalls ratlos. Da grummelt ein Sensenmann im Metallic-Look finster sein Angebot der sofortigen Gewissheit, wann abgenippelt wird. Mehr nicht.

Das darf man nicht so ernst nehmen, denn nach 22.30 Uhr sind Werbefenster größtenteils eine intelligenzfreie Blase.

Was sich aber in den vom Sender verkauften Minuten abspielt, skizziert - so der Umkehrschluss - die potenzielle Zielgruppe. Und die wird zwischen Sendungen wie "American Dad" oder "Fur TV" offenbar als jung, männlich, teils notgeil und verzweifelt eingeschätzt.

Trost spenden da Firmen wie der "Tag des Todes"-Anbieter, Bobmobile. Neben dem Sortiment an Sexspielchen und polyphonem Sprengstoff für Öffi-Provokateure bieten sie Unerwartetes: Erziehung per Mobiltelefon.

Denn die Beschreibung der "Tag des Todes"-Software verweist auf den pädagogischen Aspekt: Das Ergebnis könne beeinflussen, wer etwa auf Alk und Tschick verzichtet oder vegetarisch isst. Hier wandelt sich der Schulhofgag in eine eigenartige Vorstellung von Erziehung. Folgt demnächst: "Abnehmen mit dem Tod?" (Georg Horvath/DER STANDARD; Printausgabe, 25.2.2009)

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