Grüne Fragen zur Duldung eines Neonazi-Marsches

24. Februar 2009, 18:48
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Skinhead-Aufmarsch Thema im Landtag

Bregenz - Der "Trauermarsch" von 100 Skinheads, darunter Abordnungen Schweizer Blood-and-Honour-Gruppen, nach dem Begräbnis eines gewaltsam verstorbenen 20-Jährigen am 14. Februar, beschäftigt nun auch den Vorarlberger Landtag.

Die Grünen wollen in einer Anfrage wissen, was unternommen werde, um künftig Aufmärsche der internationalen Neonazi-Szene in Vorarlberg zu verhindern. Eine weitere Frage an Landesrat Erich Schwärzler (VP) betrifft Organisationsstrukturen des Neonazi-Netzwerks Blood and Honour. Deren Aufbau sei in Vorarlberg gelungen, während er in Wien verhindert wurde. Schwärzler zum Standard: "Ich habe angeordnet, diese Fragen sauber zu prüfen. Bevor das Ergebnis nicht vorliegt, sage ich gar nichts." Außer: "Was da passiert ist, ist eine Tragödie."

Dass die Szene den Tod eines Mitglieds zum Aufmarsch nutzte, will Schwärzler nicht sehen: "Da ging es um einen jungen Menschen, nicht um einen Aufmarsch. Es war ein Trauermarsch." Eingeschritten wurde nicht, "weil sie sich friedlich verhalten haben". (Jutta Berger, DER STANDARD - Printausgabe, 25. Februar 2009)

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