Unterricht kostet

24. Februar 2009, 18:05
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Aber auch Schmied muss in ihrem Ressort sparen

Bildung ist eines der zentralen Anliegen der Bundesregierung. Hieß es immer. Neben dem Hahn-Ressort und dem Innenressort kommt auch Claudia Schmied zu einer Aufstockung ihres Budgets. Allerdings muss auch sie in Teilbereichen einsparen. Außerdem sollen Lehrer künftig länger als bisher arbeiten müssen - für das gleiche Gehalt. Als Gegenleistung gibt es ausreichend Finanzmittel für die laufenden Reformen.

Im Bildungsbereich, also bei den „Kunden", sprich Schülern, sollte nicht gespart werden. Laufende Reformen sollten nicht gestoppt, dafür müsse in der Verwaltung gespart werden. Und möglicherweise droht ein Kahlschlag im Kulturbereich.

Reformen wirken langfristig, sie kosten aber auch langfristig Geld. Etwa die Reduzierung der Klassenschülerhöchstzahlen, die Jahr für Jahr vorangetrieben wird. Einen finanziellen Mehrbedarf gibt es auch bei den Deutschförderkursen, die ausgebaut werden, und bei dem Projekt Lehre mit Matura. Allein beim Pilotprojekt gab es 3000 Anmeldungen, mit einem derartigen Ansturm hatte man eigentlich erst in einer späteren Phase gerechnet.

Im Budgetpfad war für das Unterrichtsministerium ein Plus von 50 Millionen Euro festgeschrieben, eine Summe, die Schmied nicht ganz durchsetzen konnte.

Im Schulbereich gibt es unumstritten Aufholbedarf, das ist durch diverse Studien belegt. Aber: „Auch wir müssen effizienter und sparsamer werden", heißt es in Schmieds Büro, auch im Bildungsbereich müsse ein Beitrag geleistet werden. Jetzt stehen für Schmied schwierige Verhandlungen mit den Lehrern an. (völ, DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2009)

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