Häupl will Chefs wiederbe­stellen

24. Februar 2009, 18:02
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Wiens Bürgermeister hält Ernest Gabmann für qualifiziert - Warnstreiks legten Berlin lahm

Wien - Wiens Bürgermeister Michael Häupl sprach sich am Dienstag dezidiert für eine Vertragsverlängerung der beiden Flughafen-Vorstände Herbert Kaufmann und Gerhard Schmid aus. Beide sind der SPÖ zuzurechnen. Im Gespräch mit dem Standard sagte Häupl, die Bestellung sei zwar Sache des Aufsichtsrates, aber "falls mich die Aufsichtsratsmitglieder fragen, ob ich für einen Verbleib von Schmid und Kaufmann bin, werde ich ja sagen", betonte Häupl am Rande des wöchentlichen Bürgermeister-Gespräches. Wien und Niederösterreich halten je 20 Prozent am Airport und sind damit die bestimmenden Aktionäre.

Für die Bestellung von Neo-Vorstand Ernest Gabmann, bisher Landeshauptmann-Stellvertreter von Niederösterreich, findet Häupl nur lobende Worte: "Wer so lange in führender Funktion in einem so prosperierenden Land tätig war, wird wohl auch in der Lage sein, im Vorstand eines börsennotierten Unternehmens tätig zu sein."

Dass im Hintergrund der Vorstandsbestellung möglicherweise ein anderer "Deal" läuft, etwa der Wechsel von Gabmann-Vorgänger Christian Domany zum ORF, verneinte Häupl. "Ich deale nicht, und was hätte ich denn davon?", so Häupl. Flughafen-Aufsichtsratschef Johannes Coreth war wie schon in den Vortagen zu keiner Stellungnahme bereit.

Ryanair expandiert

Nach der Rücknahme der umstrittenen Passagiergebühr richtet der irische Billigflieger Ryanair vier zusätzliche Verbindungen vom deutschen Flughafen Hahn im Hunsrück ein. Im Sommerflugplan werde die Zahl der Strecken auf 50 erhöht. Damit löse man das Wachstumsversprechen ein, dass das Unternehmen nach der Rücknahme der als "Hahn-Taler" bekanntgewordenen Flughafen-Passagiergebühr abgegeben habe. Neu sind die Ziele Alicante in Spanien, Rimini in Italien, Carcassonne in Frankreich und Osijek in Kroatien.

Warnstreiks

Mehrstündige Warnstreik an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld haben die Airports am Dienstagvormittag lahmgelegt. Insgesamt 56 Flüge sind ausgefallen. Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi hatten sich in der Früh rund 300 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen beteiligt. Während der Protestaktion von 6 bis 9.30 Uhr war der Flugverkehr über der deutschen Hauptstadt vollständig lahmgelegt, da auch Mitarbeiter der Feuerwehr in den Ausstand traten.

Ohne sie ist der Flugbetrieb nicht gestattet. Am Nachmittag gingen dann die Tarifgespräche für die rund 1500 Beschäftigten in der fünften Runde weiter. Verdi fordert acht Prozent mehr Geld. Am Montag hat sich der Tarifkonflikt zwischen den 16.000 Flugbegleitern der Lufthansa und dem Unternehmen verschärft. Die Gewerkschaft UFO startete eine Urabstimmung unter ihren Mitgliedern mit dem Ziel eines unbefristeten Streiks. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2009)

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