Vorarlberger Medienhaus setzt auf Online-Wachstum

24. Februar 2009, 17:44
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Bis 2014 sollen 34 Prozent des Umsatzes im Internet lukriert werden - MoJos liefern Storys

Das Vorarlberger Medienhaus (VMH) von Eugen A. Russ steckt - gerade in Anbetracht der Finanzkrise - "einen Großteil der Ressourcen in den Online-Bereich". "Klassische Medien werden nicht ohne Veränderungen durch die Krise kommen", zeigte sich Russ am Dienstagmittag bei einer Veranstaltung der International Advertising Association IAA in Österreich überzeugt. Russ sieht die Zukunft seines Medienhauses im Onlinesektor.

Während der Verleger derzeit rund 90 Prozent seiner Erlöse aus den Printprodukten (u.a. "Vorarlberger Nachrichten") lukriert und zehn Prozent aus dem Onlineauftritt, soll sich dies innerhalb der nächsten fünf Jahre in Richtung 66 zu 34 Prozent verschieben, bei einer gleichzeitigen Umsatzsteigerung. Das Internet stehe erst am Anfang seiner Entwicklung, der Online-Werbemarkt sei noch längst nicht ausgeschöpft, glaubt der Vorarlberger Verleger.

Für sein eigenes Medienhaus sieht Russ das größte Potenzial im "lokalen Internet", das heißt lokale Anzeigen, lokale Berichterstattung und lokalen Service. Die "Storys" liefert ein Team aus sogenannten MoJos (mobilen Journalisten), das in zu Übertragungswägen umfunktionierten Mini-Coopern auf den Straßen Vorarlbergs die aktuellsten Geschichten aufspüren soll.

Weiters müssen Verlage Nischenprodukte erschließen, ist Russ überzeugt. Dementsprechend hat das VMH im Vorjahr etwa die Plattform http://www.unsere-traumhochzeit.at gegründet. In Bereichen, in denen eine starke Konkurrenz den Markt bereits besetzt hat, setzt Russ auf Kooperationen, wie etwa mit der Internet-Plattform Facebook. Grundsätzlich geht Russ davon aus, dass Online und Print zwei völlig getrennte Bereiche sind, die nach je eigenen Gesetzmäßigkeiten funktionieren. An eine Vernetzung der Medienbereiche glaubt der Verleger nicht - eine zentral gesteuerte Einmarkenstrategie komme für sein Medienhaus nicht in Frage.

Neben dem Onlinebereich ortet Russ Wachstumsmöglichkeiten im Gratiszeitungssektor. Über eventuelle Pläne gab er keine Details preis. In die Bundeshauptstadt, "wo für Gratiszeitungen die Vernetzung zwischen der Verlegerfamilie und der Politik eine wichtige Voraussetzung ist", zieht es den Vorarlberger aber "sicher nicht". (APA)

 

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