Parteiinterne Kritik an Faymanns SPÖ-Verzicht

24. Februar 2009, 17:19
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Jankowitsch "nicht erfreut", Ettl "traurig" - Petritsch: Parteispitze soll es sich überlegen - Schaden: "Interne Diskussionen"

Wien - Der Verzicht von Bundeskanzler Werner Faymann auf den Posten des EU-Kommissar stößt in seiner SPÖ auf Kritik. Der langjährige EU-Parlamentarier und Ex-Gesundheitsminister Harald Ettl ist darüber "schon ein bisschen traurig". Auch der ehemalige Außenminister Peter Jankowitsch ist "nicht darüber erfreut". Österreichs OECD-Botschafter in Paris, Wolfgang Petritsch, hofft dass sich die Parteispitze "das noch überlegt". Und Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden gesteht in der Mittwoch-Ausgabe des "Kurier" zu: "Ja, das hat bei uns intern Diskussionen ausgelöst."

Petritsch hält es "für einen Fehler, dass sich die SPÖ so früh festgelegt hat. Ich war gerade in Paris. In Europa herrscht große Verwunderung darüber", erklärt der Diplomat. Jankowitsch, stellt fest: "Ich bedauere das", auch wenn dies "keine Katastrophe" sei. Die SPÖ werde sich aber überlegen müssen, "ob sie an dieser Entscheidung festhält oder nicht." Schaden argumentiert, wenn man etwas durchsetzen oder erreichen wolle, "gerade in so einem komplexen Gebilde, wie es die EU ist, dann muss ich vor Ort gut vertreten sein." Ganz ähnlich die Meinung Ettls: "Wenn man in der EU im sozialen Sektor mehr umsetzen will, braucht man einen Kommissar. Er gehöre "zu den naiven Leuten", die davon ausgegangen seien, dass die SPÖ nach den EU-Wahlen im Juni den Kommissar stellt. Am liebsten wäre ihm gewesen, die SPÖ hätte den Posten des Sozialkommissars bekommen. (APA)

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