Gewerkschaft geht gegen SAP wegen KV-Zuordnung vor

24. Februar 2009, 17:14
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Arbeitnehmervertreter wollen "überhandnehmenden Tendenz der Kollektivvertragsflucht bzw. falschen kollektivvertraglichen Zuordnung von Unternehmen nicht mehr tatenlos zusehen" - SAP überrascht

Die Gewerkschaft der Privatangestellten hat gegen das IT-Unternehmen SAP Österreich eine Aufsichtsbeschwerde bei der Wirtschaftskammer Wien eingebracht. Grund ist eine nach Ansicht der Gewerkschaft falsche Zuordnung des Unternehmens in den Fachverband Unternehmensberatung und Informationstechnologie (UBIT). Tatsächlich übe das Unternehmen industrielle Informationstechnologie-Dienstleistungen im Sinne des Fachverbandes der Elektro- und Elektronikindustrie aus.

Vorteile die zulasten der beschäftigten ArbeitnehmerInnen

"Die bestehende Fachverbandszuordnung bringt dem Unternehmen SAP massive Vorteile die zulasten der beschäftigten ArbeitnehmerInnen gehen. So ist die gesamte Entgeltgestaltung im IT-Kollektivvertrag wesentlich ungünstiger. Weitere Nachteile ergeben sich für die Beschäftigten in den Bereichen Arbeitszeitgestaltung, der Überstundenabgeltung, der Aus- und Weiterbildung, sowie der Anrechnung von Karenzurlauben und vieles mehr", hieß es am Dienstag in einer Aussendung.

Die Gewerkschaft will der "überhandnehmenden Tendenz der Kollektivvertragsflucht bzw. falschen kollektivvertraglichen Zuordnung von Unternehmen, besonders im IT-Bereich, nicht mehr tatenlos zusehen", betonte sie.

SAP wurde nicht kontaktiert

In einer Stellungnahme zeigt sich SAP Österreich überrascht. "Wir wurden von der GPA zu diesem Thema nie kontaktiert. Für uns ist die Beschwerde auch nicht nachvollziehbar, da wir uns der produzierenden Elektro- und Elektronikindustrie nicht zugehörig fühlen. Unsere SAP MitarbeiterInnen sind nicht mit der industriellen Fertigung von Produkten beschäftigt, sondern mit Verkauf, Beratung und Dienstleistungen im Bereich von Software", so das Unternehmen.

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