"Empört und frustriert"

24. Februar 2009, 15:53
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Die Wogen über die Aussagen von TA-Vorstand Schieszler gehen hoch, der Betriebsratschef ist empört und frustriert, die TA weist Vorwürfe "aufs Schärfste" zurück

Wien - Empört und frustriert zeigt sich Betriebsratschef der Telekom Austria, Michael Kolek angesichts der Aussagen von Telekom Austria-Vorstand Gernot Schieszler zum Mitarbeiterabbau via "You Tube" im Gespräch mit derStandard.at. "Die Leidtragenden solcher Aktionen sind die Mitarbeiter, alle anderen sind austauschbar." Auch Schieszlers Rückzieher besänftigt Kolek nicht: "Zu sagen, es ist mir halt passiert, reicht nicht." Das Vertrauen sei massiv gestört, die Belegschaft "extrem verunsichert". Eine erste Konsequenz hat es schon gegeben: Man habe die Arbeitsgruppe - die sich mit der Zukunft der angeblich überzähligen beamteten Mitarbeitern beschäftigt - eingestellt: "Unter diesen Voraussetzungen hat das keinen Sinn".

Schockiert hätten ihn Schieszlers Aussagen, weil man bis dato in der Arbeitsgruppe "gut gearbeitet hat". Für die Mitarbeiter seien solche Aussagen "nicht tragbar" auch wenn Schieszler möglicherweise nur ausgesprochen habe, was im Vorstand Konsens sei, aber "das mag ich nicht interpretieren." Grundsätzlich seien solche Globalverurteilungen, wie "Beamte seien faul" absolut unzulässig. Wieviele TA-Kollegen freiwillig den Golden Handshake annehmen würden, sei derzeit nicht abschätzbar: "Es gibt immer Menschen, die sich das überlegen". Der Betriebsrat der Telekom Austria tagt heute. Rechtliche Schritte gegen Schieszler würden geprüft.

Die Telekom Austria ihrerseits weist in einer Aussendung "jegliche Vorwürfe, die im Zusammenhang mit dem Video entstanden sind, auf das Schärfste zurück". Im Zuge der Personalrestrukturierung würden umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um den Personalabbau möglichst sozial zu gestalten. "Mitarbeiter, die vom Abbau betroffen sind, bekommen im Rahmen eines Sozialplanes attraktive Golden Handshakes, Vorruhestände, Karrenzierungen und in einer Arbeitsstiftung Weiterbildung und Jobvermittlung angeboten. Mitarbeiter, die diese Angebote nicht annehmen, werden bei fast vollen Bezügen vom Dienst frei gestellt," so der Konzern. (rb)

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