Androsch sieht Salinen "überm Berg"

24. Februar 2009, 18:59
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Viertelanteil an Kotanyi als Sicherheit an Raiffeisenlandesbank OÖ verpfändet

Wien - Für die Salinen AG kommt die anhaltende Schlechtwetterfront wie gerufen: Denn der von Hannes Androsch und Raiffeisenlandesbank OÖ kontrollierte Salzabbauer Salinen Austria AG darf nach drei schneearmen Wintern ordentlich Salz streuen und ihre Lager leeren.

Wie dringend notwendig das ist, zeigt die in der Wiener Zeitung veröffentlichte Bilanz für das Geschäftsjahr 2007/08 (30. Juni): Trotz eines um 3,8 Prozent auf 67,78 Millionen Euro gestiegenen Umsatzes hat die Salinen AG ihren Bilanzverlust auf 17,96 Mio. Euro verdoppelt (im Jahr davor waren es 9,09 Mio. Euro). Der Betriebsverlust konnte zwar von 5,83 auf 5,01 Mio. Euro leicht reduziert werden, das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verschlechterte sich jedoch von minus 6,15 auf minus 8,99 Mio. Euro.

"Wir hatten drei schlechte Winter, haben hundert Millionen Euro investiert und sind jetzt über dem Berg", rückt "Salzbaron" Hannes Androsch die Zahlen zurecht. Salinen-Chef und Androschs Schwiegersohn Stefan Maix verweist zudem auf Lasten der Vergangenheit, konkret auf das Schneechaos 2004/05, das mangels ausreichender Produktionskapazität hohen Importbedarf und auch Pönale-Zahlungen mit sich gebracht habe. Am Standort Ebensee wurde deshalb die Produktionskapazität von rund 800.000 Tonnen auf 1,1 Mio. Tonnen erhöht.

Wie hart die Sanierung war, lässt sich am Umstand ablesen, dass die Kerngesellschaft Salinen AG (früher Bad-Ischler-Salz-GmbH) in Ebensee ihren 25-Prozent-Anteil an der Kotanyi GmbH (Wolkersdorf) an RLB Oberösterreich verpfänden musste. Androsch begründet das mit einem erhöhten Bedarf an Besicherungen, die die Bank verlangt habe. Er lässt aber keinen Zweifel daran, dass er zum eigenen Salz den Kotanyi-Pfeffer wieder dazuhaben will, also das verpfändete Gewürz-Viertel wieder auslösen wolle. Wann, sagte er allerdings nicht.

Salz für die Expansion

Im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 werde man mehr als eine Million Tonnen Salz aus Eigenleistung absetzen und den Umsatz auf knapp 90 Mio. Euro steigern, sagt Maix, der das Ertragsziel nicht beziffern wollte, es sei aber "deutlich positiv". Das Ziel, auch in Jahren mit "Nicht-Wintern" zumindest ausgeglichen abzuschließen, sei noch nicht erreicht, so weit soll es 2012/13 sein. Die Zahl der Beschäftigten sank im Berichtsjahr von 381 auf 365. Um vom Wetter unabhängiger zu werden wollen die Salinen den Vertrieb ausbauen. Die Salinen Austria haben 100-Prozent-Töchter in Ungarn (Salinen Budapest), Tschechien (Salinen Praha) sowie in Slowenien die Salinen Maribor und Prosol. An den kroatischen Salinen Varazdin halten die Salinen Austria 90 Prozent.

"Über dem Berg" sieht sich Androsch auch beim Flugzeugzulieferer FACC, an dem Salinen 48,125 Prozent hält. Ob die Pläne für die Trennung von FACC aufrecht sind, ist offen. Erst sei die Eigentümerstruktur zu optimieren. (ung, APA, DER STANDARD, Printausgabe, 25.2.2009)

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    Solange es schneit und Straßen mit Salz gestreut werden müssen, muss sich Hannes Androsch um die Salinen-AG nicht sorgen.

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