Hermann Nitsch gestaltete Sachertorten-Kiste

24. Februar 2009, 15:18
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Kisterl des Mysterien-Künstlers in limitierter Auflage für wohltätige Zwecke um 50 Euro - mit Video

Wien - Vom Orgien-Mysterien-Theater zur Tortenschachtel: Hermann Nitsch, Österreichs wohl berühmtester lebender Künstler, hat für eines der berühmtestens Hotels, das Sacher, die Verpackung dessen berühmtester Torte umgestaltet. In limitierter Auflage von 1.250 Stück werden die Nitsch'schen Sachertorten-Holzkistchen nun für je 50 Euro anstelle der üblichen 39,50 Euro verkauft. Der Erlös wird wohltätigen Zwecken zugeführt, kündigten Nitsch und Sacherchefin Elisabeth Gürtler am Dienstag an.

Grün anstelle von Blutrot

Als Motiv für die Kunstschachtel wurde keines der legendären roten Schüttbilder Nitschs gewählt, sondern ein grünes Werk, dessen Original sich im Besitz der Sacherchefin befindet. Zusätzlich hat der Künstler sein Werk mit einer eigenen Grafik unterlegt, welche das Sacher-Emblem neu interpretiert.

Nitsch und die Sachertorte seien zwei österreichische Markenzeichen, die gut zusammenpassten, zeigte sich Gürtler überzeugt: "Wenn sie den Herrn Professor Nitsch anschauen: Der Herr Professor kann genießen."

Auch der Meister selbst verwies auf den Zusammenhang von Kunst und Kulinarik: "Ein gutes Bild, das muss gemalt sein, wie ein guter Schweinsbraten zubereitet wird." Ein Gemälde müsse man gleichsam schmecken können. Dies gelte nicht nur für Schweinsbraten: "Ich habe immer eine Sachertorte mit Schlag gerne gegessen." Dies sei schließlich eine relativ schlanke, nicht gallige Speise.

Und so wurde erstmals seit 1832 die Traditionsschachtel der Sachertorte verändert, wobei insgesamt 1.500 Stück produziert wurden. 250 seien jedoch bereits an "ausgewählte KundInnen" versandt worden, so Gürtler. In den regulären Verkauf gelangen somit 1.250. Diese sind zwar nicht handsigniert, jedoch nummeriert. Die Torte Nummer eins wird bei der Licht-ins-Dunkel-Gala versteigert.

Alle Jahre wieder

"Es gehört zu einem Unternehmen, dem es gut geht, dazu, dass es Gutes tut", begründete die Sacherchefin das Engagement, welches institutionalisiert werden soll. Unter dem Titel "Artists' Collection" soll im kommenden Jahr ein neuer Künstler sein Können für die Holzschachtel zur Verfügung stellen.

Der heurige Erlös soll dem therapeutischen Reiten der St.-Anna-Kinderstiftung und zwei italienischen Tierschutzorganisationen zugutekommen. "Der Herr Professor Nitsch hat ein sehr gutes Verhältnis zu Tieren", erklärte Gürtler ihren Beweggrund, bei der Auswahl der Begünstigten auf tieraffine Aktivitäten zu setzen. (APA)

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    Elisabeth Guertler und Hermann Nitsch während der Präsentation des Von Hermann Nitsch gestalteten Holzkistchens fuer Sachertorten am 24. Februar 2009 in Wien.

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