Hochwürdens Heimkehr

25. Februar 2009, 17:41
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Holocaust-Leugner Williamson ist wieder in London - "Times" berichtet von Konsultationen mit "Historiker" Irving - mit Video

Sehr würdig fiel der Abschied von Hochwürden nicht aus: Verkleidet mit Baseballkappe und Sonnenbrille wollte der umstrittene Bischof Richard Williamson aus Argentinien ausreisen. Als ihn ein Reporter ansprach, schüttelte der Brite die Faust. Bei der Ankunft in London am Mittwochmorgen erwartete den 68-Jährigen ein Pulk von Journalisten - zu sagen hatte Williamson allerdings nichts.

Mit der Flucht kam Williamson einer Ausweisung durch die argentinischen Behörden zuvor, die seine Äußerungen zum Holocaust als "zutiefst beleidigend für die argentinische Gesellschaft, das jüdische Volk und die ganze Menschheit" verdammt hatten. Der Geistliche hatte die Existenz der Gaskammern in Auschwitz und das Ausmaß des Holocausts bestritten.

Die Leugnung des Holocaust ist in Großbritannien nicht strafbar. Da Williamson Brite ist und er sich keiner Straftat schuldig gemacht habe, dürfe er einreisen, ließ das Innenministerium verlauten. Froh ist man auf offizieller Seite darüber nicht. In London wurde Williamson von Lady Michele Renouf, einer prominenten Holocaust-Leugnerin, empfangen. Der rechtsextreme Historiker David Irving schickte Williamson eine "längere E-Mail, in der ich ihm sagte, was er ungestraft sagen kann". (Jochen Wittmann aus London/DER STANDARD, Printausgabe, 26.2.2009)

 

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    Gezeichnet vom Langstreckenflug: Richard Williamson wird am Londoner Flughafen von der Polizei zum Ausgang begleitet.

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    Erboster Hirte: Williamson erhebt die Faust gegen einen Reporter vor seinem Abflug in Buenos Aires. Inzwischen hat er britischen Boden betreten.

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