Leichter Außenseiter gegen Deutschland

6. März 2009, 11:17
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Österreichs Davis-Cup-Team spielt mit Melzer, Peya, Koubek und Knowle um den Aufstieg in das Weltgruppen-Viertelfinale

Wien - In einer Woche geht es für Österreichs Tennis um den ersten Davis-Cup-Erfolg gegen Deutschland. In den bisherigen vier Duellen blieben stets die Deutschen siegreich, die nunmehr fünfte Chance gibt es von Freitag bis Sonntag (6. bis 8. März) in der Olympia-Eishalle von Garmisch-Partenkirchen. Und die Erfolgsaussichten für das Team von Gilbert Schaller scheinen gar nicht so schlecht.

Der ÖTV-Kapitän saß Freitagvormittag in Wien ohne Spieler bei der Pressekonferenz, denn diese hatten es wegen guter Erfolge bei den laufenden ATP-Turnieren nicht rechtzeitig in die Bundeshauptstadt geschafft. Jürgen Melzer und Julian Knowle wurden nach ihrem Viertelfinal-Doppel-Out in Dubai am Nachmittag in Wien erwartet, Stefan Koubek im Einzel wie Alexander Peya waren erst später Freitag in Delray Beach im Viertelfinal-Einsatz.

Schallers Devise ist nach fünf Auftakt-Niederlagen in der Weltgruppe jedenfalls unmissverständlich: "Wir wollen eine Runde gewinnen. Das ist ein Ziel, dem wir alles unterordnen." Der Coach wird am Sonntag mit Melzer und Knowle via Flug nach Innsbruck an den Spielort anreisen, die Ankunftszeit von Koubek und Peya war vorerst noch offen. Schaller: "Ich hätte nichts dagegen, wenn Stefan in Delray Beach Finale spielt und erst am Dienstag kommt."

Denn dann würde das Selbstvertrauen den Verlust der gemeinsamen Trainingszeit wohl überwiegen. Ohne dass sich Schaller dezidiert festgelegt hat, war seinen Ausführungen zufolge klar, dass er Melzer und Koubek im Einzel sowie Knowle/Melzer im Doppel nominieren wird. Peya ist für den Steirer ein äußerst wertvoller Ersatzmann: "Alex hat beim Sieg im Herbst in England (Anm.: 3:2) bewiesen, dass ich jederzeit auf ihn zurückgreifen kann."

Schaller ist sich bewusst, dass sein Team gegen die Deutschen als leichter Außenseiter auf den Court gehen wird. "Aber wir haben in jedem Match unsere Chancen." Auch hat sich der 39-Jährige schon einen Plan auf dem Weg zum Sieg zurechtgelegt. "Am ersten Tag müssen wir einen Punkt im Einzel holen, im Doppel am Samstag sind wir dann Favoriten. Und dann würden wir wie gegen England mit einer 2:1-Führung in den letzten Tag gehen", erklärte er.

Bei den Gegnern erwartet Schaller die Einzel-Nominierung von Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber. Kiefer kommt nach seiner zweimonatigen Verletzungspause zwar ohne Matchpraxis, hat aber weder gegen Melzer noch gegen Koubek jemals verloren. Gegen Melzer lautet sein Head-to-Head gar 7:0. "Wenn Kiefer gegen Melzer das Auftakt-Einzel wäre, wäre das für uns nicht unbedingt ideal", musste Schaller zugeben.

Kohlschreiber verfügt für Schaller über gefährlichere Schläge als Rainer Schüttler, er erwartet den Augsburger auch für das Doppel. In dem sollte Peyas Standard-Tourpartner Philipp Petzschner bei den Deutschen Fixstarter sein.

Schaller regte bei den Veranstaltern für das Rahmenprogramm einen Junior-Davis-Cup mit den größten Talente der beiden Länder an, dieser ist organisatorisch in Garmisch aber nicht unterzubekommen.

4.000 Zuschauer fasst die Event-Halle, wobei der Österreichische Verband (ÖTV) den Verkauf von 400 Tickets in eigene Hände genommen hat. "Unsere Zuschauer sitzen jetzt geblockt, das schafft eine gute Atmosphäre." Die Garmischer Olympia-Eishalle ist eine alter Bauart mit einem kühlen Charme. Die recht geringe Kapazität gemeinsam mit den eng am Court liegenden Rängen verspricht freilich eine echte Länderkampf-Stimmung.  (APA)

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