Bericht hält Pius-Bruderschaft antijüdische Propaganda vor

24. Februar 2009, 13:25
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Jüdische Zeitschrift stieß auf zahlreiche antijüdische Aussagen auf FSSPX-Internetseiten

Brüssel - Antijüdische Propaganda hält ein belgisches Magazin der umstrittenen Pius-Bruderschaft (FSSPX) vor. "Schockierende Enthüllungen" kündigt die jüdische Zeitschrift "Joods Actueel" an, nachdem sie im Internet nach Belegen für die Geisteshaltung der erzkonservativen Gruppierung gefahndet hatte. Vom Gottesmord der Juden ist da die Rede, von der jüdischen Weltherrschaft und ihrem unablässigen Kampf gegen das Christentum.

"Dies ist in vielerlei Hinsicht schlimmer als die Auslassungen von (FSSPX-)Bischof (Richard) Williamson, der den Holocaust und das Bestehen der Gaskammern leugnet", erklärte der Chefredakteur des Magazins, Michael Freilich. Papst Benedikt XVI. hatte die seit 1988 bestehende Exkommunikation von Williamson und drei anderen Pius-Bischöfen aus der katholischen Kirche im Jänner aufgehoben und damit weltweite Empörung ausgelöst.

Williamson sei ein einzelner "Verrückter, der Unsinn erzählt, und der von praktisch niemandem ernst genommen wird", meinte Freilich. Doch die Pius-Bruderschaft betreibe mit Tausenden Priestern und weltweit Hunderttausenden Anhängern "Beschuldigungen gegen Juden heutzutage". Von der Webseite der Pius-Bruderschaft in den USA etwa zitiert "Joods Actueel" einen - inzwischen gelöschten - Artikel, wonach das "internationale Judentum" ein weltweites Reich errichten und die christlich-katholische Ordnung zerstören wolle: "Das Geld, die Medien und die internationale Politik sind zu großen Teilen in den Händen der Juden", heißt es dort.

Auch einen Brief des Distriktoberen der Pius-Bruderschaft für Deutschland, Franz Schmidberger, "an alle Bischöfe" sah sich die Zeitschrift genauer an. Der Fundstelle im Internet zufolge schrieb Schmidberger über die Kreuzigung von Jesus Christus: "Damit sind aber die Juden unserer Tage (...) des Gottesmordes mitschuldig, solange sie sich nicht durch das Bekenntnis der Gottheit Christi und die Taufe von der Schuld ihrer Vorväter distanzieren."

Auf der österreichischen Seite der Bruderschaft wird wiederum die russische Revolution und die darauffolgenden Christenverfolgungen der jüdischen Organisation B'nai B'rith in die Schuhe geschoben. "Diese Freimaurersekte findet man überall. Sie kommandieren auf der ganzen Welt. Diese Juden haben alle Banken in ihrer Hand und sind im Besitz aller bedeutenden Geschäfte der Welt, auch in der UdSSR und in Amerika", zitiert "Joods Actueel" einen Vortrag von FSSPX-Gründer Erzbischof Marcel Lefebvre von der Internetseite http://www.fsspx.at.

Gehässigkeiten gegen Juden fand "Joods Actueel" nach eigenen Angaben auch auf den Webseiten der Pius-Bruderschaft in Irland, Brasilien, Asien, Südafrika und Polen sowie auf der internationalen Hauptseite. Bei der Auswertung ließ das politisch engagierte Magazin aus Antwerpen dann Vorsicht walten: Weil zu erwarten sei, dass die Artikel nach der Veröffentlichung dieser Passagen in "Joods Avtueel" von den Webseiten verschwänden, habe die Zeitschrift davon Sicherungskopien angelegt. (APA/dpa)

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