Bombe war mit Zeitzünder ausgestattet

24. Februar 2009, 13:23
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Die selbst gebaute Bombe wog nur etwa 500 Gramm und enthielt neben Gewehrpulver Steine und Metallstücke, aber keine Nägel

Kairo - Die Bombe auf dem Khan-el-Khalili-Basar in Kairo ist mit der Zeitschaltuhr einer Waschmaschine gezündet worden. Diese Methode wurde in Ägypten schon mehrfach angewandt - so auch bei der Serie von Anschlägen auf der Sinai-Halbinsel, wo zwischen 2004 und 2006 rund 120 Menschen, überwiegend Touristen, getötet wurden. Experten vertraten am Dienstag aber weiter die Ansicht, dass es sich bei den Urhebern des jüngsten Anschlags um eine bisher unbekannte Gruppe ohne Verbindungen zu den gut organisierten Attentätern der Vergangenheit handle.

Die selbstgebaute Bombe, die am Sonntage eine 17-jährige Französin in den Tod riss, wog nur etwa 750 Gramm. Sie enthielt Schwarzpulver sowie Nägel, Steine und Metallstücke, wie ein Beamter der Sicherheitsbehörden aus einem Polizeibericht zitierte. Insgesamt wurden 24 Menschen verletzt, darunter 17 weitere französische Jugendliche und ein Deutscher. Ein 14-jähriger Ägypter befand sich am Dienstag noch im kritischen Zustand.

Verdächtige werden verhört

Nach Angaben des Innenministeriums wurden weitere Verdächtige verhört, Einzelheiten wurden aber nicht mitgeteilt. Am Montag war die Festnahme von drei mutmaßlichen Beteiligten gemeldet worden. Vernommen wurden auch die Beschäftigten und Gäste des am Tatort gelegenen Hussein-Hotels. Deponiert war der Sprengsatz nach Behördenangaben in einem Plastikbehälter unter einer steinernen Bank nahe der Hussein-Moschee.

Die Muslimbruderschaft, die größte Oppositionsgruppe in Ägypten, verurteilte den Anschlag ebenso wie die militante Gruppe Al Gamaa al-Islamiya. Letztere war unter anderem in die Ermordung von Präsident Anwar al-Sadat im Oktober 1981 verwickelt, hat aber inzwischen der Gewalt abgeschworen.

Die französische Schulklasse, die am schwersten von dem Anschlag betroffen war, kehrte am Dienstag nach Paris zurück. Die Eltern der getöteten 17-Jährigen trafen in Kairo ein, um den Leichnam ihrer Tochter abzuholen. (APA/AP)

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