Kindle 2 - Solider Reader, keine Gefahr für Bücher

24. Februar 2009, 14:30
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David Pogue nahm neueste Schöpfung Amazons unter die Lupe - Kleine aber entscheidende Verbesserungen

Amazons E-Book-Reader ist bislang nur in den USA erhältlich. Dort ist er allerdings mit Abstand der Erfolgreichste seiner Art. Grund dafür ist neben dem besonderen Display ein integrierter mobiler Internetdienst von Sprint, der es ermöglich von überall aus in den Vereinigten Staaten online Bücher herunterzuladen. Bei konkurrierenden Modellen ist meist eine direkte Verbindung mit dem PC notwendig.

Dieser Tage kommt Kindle 2 auf den amerikanischen Markt, die New York Times hat ihn bereits getestet. Das Fazit: Das Update beschränkt sich auf kleine, aber entscheidende Neuerungen.

Display

Die gute Lesbarkeit des Kindles ist der eingesetzten Bildschirmtechnologie, E-Ink getauft, zu danken. Im Gegensatz zu Laptop- und Handy-Displays verbrauchen E-Ink-Anzeigen dauerhaft keinen Strom, da sie nicht leuchten und somit auch nicht "flimmern". Beim "Umschalgen" einer Seite werden die abermillionen Teilchen elektronischer Tinte neu angeordnet.

Geändert wurden die Page-turn-Tasten, die nun kleiner sind und nun nicht mehr dazu führen, dass man beim Angreifen des Geräts seitenweise umblättert.

Kompakter

Laut NYT-Redakteur David Pogue habe sich Amazon generell bemüht den Reader in Anlehnung an Apples Mac Book Air kompakter zu gestalten. Das hat auch zur Folge, dass Batterie und Speicher fest verbaut sind - eine Speicherkartenerweiterung ist nicht mehr möglich. Im Gegenzug verspricht der Hersteller eine 25 Prozent längere Akkulaufzeit - vier Tage mit aktiviertem WLAN, zwei Wochen ohne WLAN - sowie einen sieben Mal größeren Speicher für bis zu 1.500 Bücher. Sollte der Akku-Wechsel doch einmal von Nöten sein, verlangt Amazon rund 60 Dollar für den Austausch.

Der Vorleser

Für Zeiten des Aufruhrs bei der Autorenschaft sorgte die Vorlesefunktion. Kindle 2 kann Inhalte nun auch über die Stereolautsprecher wiedergeben. Pogues Eindruck nach ist dieses Features allerdings keine Offenbarung und kaum eine Gefahr für Hörbücher.

Denn der automatisierte Vorleser klingt je nach Stimmwahl ganz ordentlich, allerdings mangelt es des Öfteren an der korrekten Betonung. Emotionen vermittel die Stimme aus dem Chip so und so keine.

Katalog

Gekaufte Bücher sichert Amazon zusätzlich auch auf der Serverseite. Der Katalog ist auf 240.000 Bücher angewachsen. Bestseller schlagen mit 10 Dollar, ältere mit 3 bis 6 Dollar zu Buche. Damit ist das Sortiment aber noch lange nicht komplett. Selbst besonders erfolgreiche Werke wie "Harry Potter" oder "Der Englische Patient" fehlen noch.

30 Tageszeitungen für jeweils 10 bis 14 Dollar im Monat können über Kindle abonniert werden. Jeden Morgen erscheint dann die neueste Ausgabe auf dem Reader - ohne Werbung, Comics und Kreuzworträtsel. Magazine und Blogs kosten zwischen 1,50 und 3 Dollar monatlich.

 

Word, Text, PDF und JPEG-Dokumente können kostenlos per USB vom PC übertragen werden. Kabellos dürfen sie nur an die Kindle-Emailadresse geschickt werden. Pro Datei verrechnet Amazon 10 Cent.

Zusatz

Daneben stehen noch eine Reihe an nützlichen Funktionen bereit: Wörterbuch, Textsuche, ein minimalistischer Webbrowser und MP3-Wiedergabe.

In Summe vereine Kindle 2 alles, was man sich von einem E-Book-Reader erwartet, so Pogue. Die noch eingeschränkte Bibliothek und der recht hohe Preis von 359 Dollar dürften das gute alte Buch aber noch lange nicht in Bedrängnis bringen. (zw)

Links

New York Times

Zur Nachlese

Kindle 2

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    Kindle 2: Kompakt und gut verarbeitet

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