Schaeffler in Not

24. Februar 2009, 12:50
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Um den Konzern zu retten, ist die Eigentümerin bereit, 75 Prozent ihrer Aktien abzugeben

Hannover - Die Eigentümerfamilie des angeschlagenen deutschen Wälzlagerhersteller Schaeffler will zur Rettung des Konzerns bis zu drei Viertel ihrer Anteile verkaufen. "Die Familie Schaeffler ist bereit, einen wesentlichen Anteil abzugeben, will aber ein stabiler Ankerinvestor bleiben", sagte ein Firmensprecher am Dienstag.

"Das bedeutet, sie will mehr als 25 Prozent an der Schaeffler-Gruppe halten." Gelingt es Schaeffler nicht, sich in den Verhandlungen mit den Banken auf einen solchen Anteil zu einigen, wäre sogar ein noch niedrigerer Anteil möglich. "Es gibt keine Mindest- oder Höchstgrenze", sagte der Sprecher mit Blick für die künftige Beteiligungshöhe.

Dass das Debakel um den 10 Mrd. Euro teueren Einstieg beim deutlich größeren Autozulieferer Continental Geschäftsführer Jürgen Geißinger den Job kosten könnte, dementierte Schaeffler. "Es gibt keinen Anlass, sich solchen Gerüchten hinzugeben", sagte der Sprecher. Er bekräftigte, Schaeffler werde das von der Politik für die Gewährung von Staatshilfen verlangte Rettungskonzept in Kürze vorlegen. Einen festen Zeitplan dafür gebe es aber nicht.

Verunsicherung bei den Anlegern

Anleger reagierten verunsichert. Die Conti-Aktie verlor neun Prozent und erreichte mit 11,65 Euro einen neuen Tiefststand. Schaeffler hatte im vergangenen Sommer 75 Euro pro Conti-Anteilsschein bezahlt.

Von Unionsseite erhielt Schaeffler erneut positive Signale mit Blick auf ein Einspringen des Staates. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte dem "Standard" (Dienstagausgabe): "Wenn tausende Arbeitsplätze in Gefahr sind und ein tragfähiges Konzept vorliegt, kann er (der Staat) helfen. Aber er soll nicht direkt als Unternehmer tätig sein, das ging noch nie gut."

Am Montag hatte Schaeffler seinen Arbeitnehmern umfassende Mitbestimmungsrechte eingeräumt. Beobachter werteten dies als Zeichen, bei der teilweise kritisch eingestellten SPD gute Stimmung für die Gewährung von Staatshilfen zu machen. (APA/Reuters)

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