EU: Microsoft soll ver­schie­dene Browser anbieten

24. Februar 2009, 11:19
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Nutzern soll von dem Softwarekonzern die Wahl gelassen werden, welchen Browser sie standardmäßig bevorzugen

Die EU will Microsoft neue Maßnahmen aufzwingen, damit der Konzern die Wettbewerbsregeln nicht umgeht. Wie Euractiv.com unter Berufung auf EU-Kommissions-Sprecher Jonathan Todd berichtet, soll der Softwareriese in seinem Betriebssystem Nutzern die Möglichkeit geben, zwischen verschiedenen Browsern zu wählen.

Mehrere Browser zur Auswahl

Der EU schwebt dabei als Lösung beispielsweise ein Auswahlbildschirm vor, über den Nutzer den gewünschten Browser auswählen können. Als Alternative könnten auch Hersteller in Absprache mit Microsoft entscheiden, welchen Browser sie auf den Computern, Handys oder Laptops vorinstallieren.

Klage von Opera

Die neue Klage gegen die Redmonder wurde im Jänner von Browser-Entwickler Opera eingebracht. Microsoft wird wie schon bei früheren Klagen vorgeworfen seine marktbeherrschende Stellung auszunutzen, in diesem Fall durch die Bündelung von Windows mit dem Internet Explorer. Die jetzige Forderung der EU-Kommission kommt allerdings noch vor einer offiziellen Antwort Microsofts auf die neue Klage.

Reinfall: Windows ohne Media Player

Die Kommission hatte Microsoft schon einmal im Zuge eines Kartellverfahrens dazu gezwungen, eine eigene Version von Windows ohne den Media Player anzubieten. Die Mehrzahl der User hat sich allerdings für die normale Version mit der Medien-Software entschieden. Bei der Kommission hat man später zugegeben, dass diese Idee ein Reinfall war.

Auswahl der Browser unklar

Aber auch mit der jetzigen Forderung treten noch ungelöste Probleme auf. Unklar ist etwa, welche Browser als Alternative zum Internet Explorer ausgewählt werden sollen. Nennenswerte Marktanteile haben neben dem Internet Explorer derzeit Firefox, Safari, Google Chrome und Opera. In ein paar Jahren könnte sich die Situation mit neuen Entwicklungen aber wieder verändert haben. Außerdem könnten sich Anbieter von weniger bekannten Browsern ungerecht behandelt fühlen. Microsoft hat nun bis Mitte März Zeit, auf die Forderungen der EU-Kommission zu reagieren und eine Anhörung zu verlangen. (red)

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    Microsoft soll Nutzer entscheiden lassen, welchen Browser sie standardmäßig bevorzugen.

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