Mehr tödliche Kollisionen als 2007/08

24. Februar 2009, 11:04
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Hälfte der Unfälle geht auf interne Notfälle zurück - Jeder fünfte Crash endet laut Alpinpolizei mit Fahrerflucht

29 Todesopfern haben sich in der heurigen Skisaison (bis 22. Februar 2009) bereits um vier tödliche Unfälle mehr auf Österreichs Pisten ereignet als im Vergleichszeitraum des Vorjahres - und das, obwohl die Helmquote steigt. Todesursache war bei fast der Hälfte der Fälle ein "interner Notfall", sieben Menschen sind nach Kollisionen gestorben, das geht aus der Statistik des Kuratoriums für Alpine Sicherheit hervor. Laut Alpinpolizei endet jeder fünfte Skiunfall mit Fahrerflucht. Fatal: Viele Skifahrer unterschätzen das eigene Tempo.

18 der 29 tödlich verunglückten Skifahrer in der heurigen Saison haben keinen Helm getragen, sechs waren mit Kopfschutz unterwegs, bei fünf war es nicht bekannt. Unter den Opfern haben sich zwölf Deutsche und zwölf Österreicher befunden, die restlichen Toten stammten jeweils aus Irland, Polen, der Schweiz, Slowenien und der Slowakei. Heuer gab es bisher bereits mehr tödliche Kollisionen unter Skifahrern als im gesamten Jahr davor mit fünf.

Für Schlagzeilen sorgte u.a. der Zusammenstoß des thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus am Neujahrstag auf der steirischen Riesneralm mit einer Wintersportlerin aus der Slowakei. Die Frau starb dabei. Am vergangenen Wochenende zog sich der Ministerpräsident der Region Krakau, Marek Naware, schwere Kopfverletzungen bei einem Sturz auf der Piste im Salzburger Lungau zu.

Viele Fahrerfluchtunfälle

"Was uns zu schaffen macht, sind die Fahrerfluchtunfälle. Ihr Anteil an den gesamten Skiunfällen ist mit 15 bis 20 Prozent relativ hoch", sagte der Leiter des Alpinpolizei, Oberstleutnant Hans Ebner, zur APA. Wobei es sich nicht immer um "klassische" Fahrerflucht handelt. Viele merken nach einem Sturz erst daheim, dass sie doch verletzt sind. Dennoch ist der Anteil jener, die wissentlich die Flucht ergreifen hoch. "Sicher die Hälfte davon", sagte Ebner. Die Wahrscheinlichkeit einen Flüchtigen noch zu erwischen ist gering.

Dass die Sportler die Piste mit zu hoher Geschwindigkeit hinunterfahren, sei laut Ebner nicht unbedingt das größte Problem. "Keine Frage, das Material ist besser geworden", meinte er. Allerdings unterschätzen die Sportler häufig ihr eigenes Tempo. "40 bis 50 km/h hat man als Skifahrer schnell einmal", meinte er. "Wichtig ist die Geschwindigkeit den Gegebenheiten anzupassen", ergänzte Hanno Bilek vom Kuratorium für Alpine Sicherheit. Tempo 70 auf einer freien Piste sei für einen guten Fahrer durchaus möglich. Wenn viele Leute unterwegs sind, können aber 30 km/h schon zu schnell sein.

Helmtratemoral gestiegen

Die Helmtragemoral ist in der laufenden Saison noch einmal stark angestiegen. "Ich schätze, dass 60 bis 70 Prozent der Skifahrer mit Helm unterwegs sind", sagte Ebner. Bei den Kindern unter 15 sind es nahezu 80 Prozent, wobei die Moral bei den österreichischen Kindern mit fast 90 Prozent Tragequote deutlich über der von nicht-österreichischen Kindern mit rund 70 Prozent liegt.

Tödliche Unfälle auf Skipisten: ~ Saison 2005/06 gesamt: 47 Personen Saison 2006/07 gesamt: 42 Personen Saison 2007/08 gesamt: 32 Personen Saison 2005/06 bis 22. Februar: 29 Personen Saison 2006/07 bis 22. Februar: 24 Personen Saison 2007/08 bis 22. Februar: 25 Personen Saison 2008/09 bis 22. Februar: 29 Personen (10 in Tirol, 10 in Salzburg, 4 in der Steiermark, 4 in Vorarlberg, 1 in Kärnten). (APA)

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