HSH Nordbank erhält Milliarden

24. Februar 2009, 13:27
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Kapitalspritze über drei Milliarden Euro, Garantie über zehn Milliarden

Kiel/Hamburg/Frankfurt - Die schwer angeschlagene HSH Nordbank ist vorerst gerettet. Am Dienstag beschlossen die Landesregierungen von Hamburg und Schleswig-Holstein ein Notfallpaket mit einer Kapitalspritze von 3 Mrd. Euro und einer Sicherheitsgarantie über 10 Mrd. Euro. Die Mittel werden aus einem "Mini-SoFFin" gespeist, einer von beiden Ländern getragenen eigenständigen Anstalt. Das teilten die Regierungschefs Peter Harry Carstensen und Ole von Beust (beide CDU) nach einer gemeinsamen Sitzung der Kabinette in Kiel mit.

Nach Verlusten von 2,8 Mrd. Euro im vergangenen Jahr hätte die Bank ohne die Hilfe der Länder von der deutschen Bankaufsicht BaFin geschlossen werden müssen, weil sie nicht mehr über genügend Eigenkapital verfügt. Die Bafin hatte für die Einigung auf Hilfen eine Frist bis zum Dienstag gesetzt und bei Überschreiten des Zeitlimits mit Schließung der Bank gedroht.

Es sei eine schwere Entscheidung gewesen, zu der es jedoch keine Alternative gegeben habe. "Wir müssen so handeln", sagte Carstensen. Sowohl das Eigenkapital als auch die Garantie würden zu gleichen Teilen von den beiden Ländern geschultert. Partner oder Käufer für die Bank zu finden, sei unmöglich gewesen. Ein Einstieg des SoFFin zu einem späteren Zeitpunkt müsse aber eine Alternative bleiben.

Neuausrichtung

Mit einer Neuausrichtung soll sich die HSH Nordbank in den kommenden Jahren auf einige Kerngeschäftsfelder konzentrieren und alle übrigen Geschäfte in eine Abbaubank auslagern. Nach und nach sollen außerdem rund 1.100 Stellen gestrichen werden. Der von der Berliner Regierung eingerichtete Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) hatte Ende der vergangenen Woche klargestellt, dass es keine Hilfe für die HSH Nordbank geben werde, bevor diese sich nicht vollständig von ihren sogenannten Altlasten getrennt habe.

Der deutsche Bankenrettungsfonds SoFFin hat der HSH Nordbank bereits 30 Mrd. Euro Garantien für die Emission von Anleihen zur Verfügung gestellt und dafür eine Stärkung der Eigenkapitalbasis verlangt.

Durch die neuen Kapitalmaßnahmen erhöht sich die Kernkapitalquote der HSH Nordbank auf gut neun Prozent, wie die Bank mitteilte. Aktuell liegt die Quote bei etwa sieben Prozent. Das Institut soll nun zu einer Regionalbank schrumpfen. Der FDP-Fraktionschef im schleswig-holsteinischen Landtag, Wolfgang Kubicki, geht davon aus, dass die HSH Nordbank in den nächsten vier bis fünf Jahren insgesamt bis zu 9 Mrd. Euro braucht. (APA/dpa/Reuters)

 

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