Modebranche bittet um Hilfe

25. Februar 2009, 15:40
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Am 25. Februar startete die Mailänder Modewoche - Viele Modeschauen mussten abgesagt werden - Regierung um Unterstützung gebeten

Rom - Die Mailänder Modewoche begann am Mittwoch im Zeichen der Krise. Wegen der Schwierigkeiten in der Modebranche wurden etwa ein Dutzend Modeschauen abgesagt, während das Label "Made in Italy" unter dem Druck eines starken Nachfragenrückgangs stöhnt. Vor allem kleinere Modehäuser haben deshalb auf ihre Beteiligung an der Fashion Week verzichtet.

Aber auch der bekannte Modedesigner Roberto Cavalli hat seine Schau abgesagt. Er begründet diesen Beschluss mit den finanziellen Schwierigkeiten des Mutterkonzerns IT Holding, der vor zwei Wochen wegen Verschuldung unter Insolvenzverwaltung gestellt wurde.

92 Modeschauen für insgesamt 83 Labels werden in der Woche zwischen dem 25. Februar und dem 4. März über die Bühne gehen. "Es gibt weniger Modeschauen als im vergangenen Jahr. Auch die Zahl der KäuferInnen, die nach Mailand reisen, sinkt", sagte Mario Boselli, Präsident der Modekammer. Alle großen Namen des italienischen Modeolymps seien jedoch mit ihren Kollektionen in Mailand anwesend.

Junge Talente

Die Mailänder Modeschau will in Krisenzeiten auch auf junge Talente setzen. Im Rahmen des Wettbewerbs "Next Generation" werden am kommenden Mittwoch junge DesignerInnen ihre Kollektionen vorstellen.

Boselli drängt die Regierung Berlusconi zu Hilfen für die krisengeschüttelte Mode- und Textilbranche. "Die Regierung hat Hilfsmaßnahmen für Banken, für die Auto- und für die Haushaltsgeräteindustrie beschlossen, tut aber nichts für die Mode, die ein Eckpfeiler des italienischen Wirtschaftssystems ist", erklärte Boselli. Dabei mache Italien 25 Prozent der europäischen Modebranche aus. Der Sektor beschäftige eine halbe Million Personen und generiere einen Umsatz von 54 Milliarden Euro.

Nachfragerückgang

"In der Textilbranche melden wir einen Nachfragerückgang von 30 bis 60 Prozent, doch die italienische Regierung denkt nur an die Autoindustrie, während sie uns vergessen hat", kritisiert Paolo Zegna, Vizepräsident des italienischen Industriellenverbands Confindustria.

Der Krise in der Modebranche ist bereits ein prominenter Konzern zum Opfer gefallen. Der IT Holding, einer der größten Modegruppen Italiens, droht der Konkurs. Die Modeholding, der bekannte Marken des "Made in Italy" gehören, wurde unter Insolvenzverwaltung gestellt. (APA)

 

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    Ein Blick hinter die Kulissen: Der italienischen Modebranche geht es schlecht

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