Wirtschaft "vom Kopf auf die Füße stellen"

24. Februar 2009, 10:54
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Plattform "genanet" veröffentlicht feministische Anmerkungen zur Finanzkrise

Berlin - Haben die Finanzkrise, die staatlichen Reaktionen in Form milliardenschwerer Rettungsschirme oder Konjunkturprogramme, oder die Auswirkungen der Krise auf die Gesellschaft ein Geschlecht? Wer hat die Krise verursacht, wer profitiert? Was wäre, wenn das Geld statt in Abwrackprämien oder Bad-Bank-Einrichtung in Klimaschutzprogramme und soziale Dienstleistungen flösse? Wäre damit der Gesellschaft vielleicht langfristig mehr gedient?

Die Leitstelle Gender, Umwelt, Nachhaltigkeit "genanet" mit Sitz in Berlin geht diesen Fragen mit einer Reihe von Stellungnahmen zur Finanzkrise, Ressourcenverbrauch und Gender nach. Den Auftakt machen Uta von Winterfeld vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und Adelheid Biesecker, erimitierte Bremer Wirtschaftsprofessorin und Mitbegründerin des "Netzwerks vorsorgendes Wirtschaften".

System-bedingte Krise

Einig sind sich beide in ihren Analysen: die Krise ist keine einmalige Entgleisung, sondern systemisch bedingt. Es ist an der Zeit über eine andere Form des Wirtschaftens nachzudenken und Alternativen zu entwickeln. Von Winterfeld zeigt in ihren Anmerkungen die gemeinsamen Ursachen der ökologischen Krise und der Finanzkrise auf. Sie fordert, die Wirtschaft "vom Kopf auf die Füße zu stellen. Wirtschaften dient der Ver-sorgung der breiten Bevölkerung mit dem alltäglich Notwendigen. Wirtschaften ruht auf dem Handlungsprinzip der Sorge. Sorgen und Fürsorgen sind Tätigkeiten, welche die Erde so erhalten, fortdauern lassen und wiederherstellen, dass Menschen so gut wie möglich auf ihr leben können."

Biesecker verdeutlicht in ihrem Beitrag, dass die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung und zur Bewältigung der sozial-ökologischen Krise derselben Rationalität folgen, die die Krise hervorgerufen hat. Deshalb gehe es bei der Bewältigung "nicht um Reform, sondern es geht um eine ganz neue 'Finanzarchitektur' mit einer neuen Rationalität, der Rationalität des langfristigen Erhaltens des Lebendigen." Am Beispiel des Klimaschutzes demonstriert sie, dass die Maßnahmen zur Krisenbekämpfung derselben Denkweise folgen, die die Krise hervorgerufen hat.

Die beiden Positionspapiere sind vollständig im Internet auf der Homepage von genanet abrufbar, ebenso wie jenes von Prof.in Dr.in Ines Weller über die Technologiepolitik vor dem Hintergrund der Finanzkrise. Die weiteren Papiere werden laufend publiziert. 

Weiterlesen unter www.genanet.de

(red)

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